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Panorama Verstrahltes Wasser fließt in Fukushima ins Meer
Mehr Welt Panorama Verstrahltes Wasser fließt in Fukushima ins Meer
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21:19 03.04.2011
Das lädierte Atomkraftwerk Fukushima nach dem Erdbeben. Quelle: dpa

Versuche, das entdeckte Leck mit Beton und wasserabweisendem Kunststoff abzudichten, schlugen am Wochenende fehl.

Der Betreiber Tepco bestätigte, dass Wasser mit einer Strahlung von mehr als 1000 Millisievert pro Stunde ins Meer geflossen sei. Diese hohe Strahlung bezeichnete der deutsche Greenpeace-Experte Wolfgang Sadik als „lebensbedrohlich“. Zudem wurde radioaktives Jod-131 erstmals mit einer Strahlung doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert 40 Kilometer vom AKW entfernt im Meer nachgewiesen. „Was soll nur aus unserem Leben werden?“, zitierte die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press einen Fischer in der angrenzenden Katastrophenprovinz Ibaraki. „Wenn die Leute auch nur ,Fisch aus Ibaraki‘ hören, werde ich ihn nicht verkaufen können.“

Auf dem AKW-Gelände wurden am Wochenende die Leichen zweier Arbeiter gefunden. Die Männer waren bei dem Tsunami vor drei Wochen ums Leben gekommen. Die Leichen der 24 und 21 Jahre alten Angestellten wiesen lediglich eine unproblematische Strahlung auf, hieß es.

Drehender Wind wird in den nächsten Tagen radioaktive Partikel aus Fukushima nach Tokio wehen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet damit, dass Partikel bis Mittwoch die Millionenmetropole erreichen. Bislang trug der Wind die strahlenbelasteten Teilchen vor allem auf den Pazifik hinaus. Zunehmender Nordwind treibe sie aber jetzt vom Meer aus Richtung Tokio, sagte ein DWD-Sprecher am Sonntag. Vor allem tagsüber wehe der Wind Richtung Festland. Weil es trocken bleiben soll, gehen die Experten davon aus, dass kein radioaktiver Niederschlag fällt.

Angesichts der neuen Hiobsbotschaften sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Sonntag, Japan könne einen „langen Kampf“ gegen die Atomkrise nicht vermeiden. Es werde möglicherweise mehrere Monate dauern, bis die Lecks gestopft seien. Auch Ministerpräsident Naoto Kan sagte bei einem Besuch in der Region zu Feuerwehrmännern: „Es ist ein langer Kampf, aber die Regierung wird Ihnen bis zum Ende beistehen und ihr Bestes tun, bleiben auch Sie bitte zäh.“

Unterdessen wird die Kritik lauter: Vor der Tepco-Zentrale demonstrierten Dutzende Bürger. Der Gouverneur der Präfektur Fukushima, in der das AKW steht, rügte die Informationspolitik der nationalen Atomaufsichtsbehörde. Die Angaben zur Radioaktivität landwirtschaftlicher Produkte aus der Region seien zu spät veröffentlicht worden, sagte Yuhei Sato. „Können Sie die Zahl der Prüfer nicht erhöhen?“, fragte Sato. „Das Leben der Bauern steht auf dem Spiel. Die Frage ist, ob sie morgen leben können.“ Ein Beamter der Behörde entgegnete lediglich: „Ich habe verstanden.“ Anschließend habe er Journalisten erklärt, es gebe nicht genügend Materialien für die Tests in der Präfektur.

dpa

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