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Panorama Vater des erschlagenen Julien war unzufrieden
Mehr Welt Panorama Vater des erschlagenen Julien war unzufrieden
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13:59 25.04.2011
Ein Wohnhaus in der Hamburger Straße im Hafengebiet von Düsseldorf. Hier hat die Polizei den Vater des in Berlin erschlagenen zwölfjährigen Julien festgenommen. Quelle: dpa

Frustriert und depressiv soll der Vater gewesen sein, der in Berlin-Reinickendorf seinen 12-jährigen Sohn Julien im Streit erschlagen hat. Am Samstagabend wurde der 34-Jährige Vater in einem abgelegenen Teil des Düsseldorfer Hafens eher zufällig festgenommen. Er räumte bei einer ersten Vernehmung ein, seinen Sohn in der eigenen Wohnung von hinten mit einem Hammer gegen den Kopf erschlagen zu haben, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Holger Freund, am Montag sagte.

Der Mann soll in den kommenden Tagen nach Berlin gebracht werden.

Nach Angaben des Sprechers war der bei der Mutter lebende Junge zu Besuch bei seinem Vater gewesen, als es zu dem tödlichen Streit kam. Nach Medienberichten soll eine kaputte Computermaus der Auslöser gewesen sein. Der Mann brachte die Leiche des Kindes anschließend in einen Kellerverschlag im Haus und flüchtete.

Dabei wählte er zufällig einen Intercity-Zug nach Düsseldorf, sagte Freund. Als Motiv nannte der 34-Jährige, der mit einem Mann zusammenlebt, eine generelle Unzufriedenheit mit seiner Lebenssituation. Er leide unter Depressionen, sei arbeitslos gewesen und habe Hartz IV-Unterstützung bezogen.

Zur Festnahme des Mannes kam es, weil eine Polizeistreife ihn gegen 19.20 Uhr im Düsseldorfer Hafen überprüfte. Der 34-Jährige sei dabei beobachtet worden, wie er in einem abgelegenen Teil des Hafens in der Hamburger Straße unerlaubt über einen Zaun auf ein Grundstück geklettert sei. Daraufhin hatten misstrauische Zeugen die Polizei gerufen, sagte ein Polizeisprecher in Düsseldorf.

Der Ort der Festnahme liegt mitten in einem einsamen Industriegebiet. Drei heruntergekommene Wohnhäuser an der Hamburger Straße sind dabei von Lagerhallen umgeben, ganz in der Nähe liegt auch der Containerhafen.

Berliner Polizeibeamte waren bei den Vernehmungen in Düsseldorf bereits dabei. „Düsseldorf war Zufall. Es hätte auch München sein können“, sagte Polizeisprecher Frank Millert. Der 34-Jährige habe keinerlei Beziehungen zu Düsseldorf, auch keine Verwandten, Freunde oder Helfer in der Stadt.

Nach dem Vater von Julien war seit Donnerstag mit Fotos bundesweit gefahndet worden. Die Leiche des 12-jährigen Jungen war in der Nacht zum Mittwoch in dem Kellerverschlag des Wohnhauses in Reinickendorf entdeckt worden. Polizisten hatten vor allem in Berlin nach dem Kind gesucht, das am Dienstag von einem Besuch bei seinem Vater nicht zurückkehrte und von seiner Mutter als vermisst gemeldet worden war.

Ein Sexualdelikt wurde ausgeschlossen.

dpa

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