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Panorama Unwetter toben im Norden
Mehr Welt Panorama Unwetter toben im Norden
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18:26 20.06.2013
Eine Frau in Osnabrück schützt sich vor dem Regen. Quelle: dpa
Bremen/Oldenburg

Reißende Fluten auf den Straßen, brennende Häuser, Blitzeinschläge und voll gelaufene Keller: Ein Unwetter hat im Nordwesten Niedersachsens kräftig gewütet. Polizei und Feuerwehr mussten in der Nacht zum Donnerstag viele Male ausrücken. "Im gesamten Gebiet ging quasi die Welt unter", sagte Britta Breuers von der Polizeidirektion in Oldenburg. In Bremen und Niedersachsen brannten mehrere Gebäude, nachdem der Blitz eingeschlagen war.

Am Donnerstagnachmittag zogen erneut Gewitter auf. Die Polizei in Oldenburg meldete zahlreiche Einsätze, aber keine größeren Schäden. Zwischen Rheine und Salzbergen (Landkreis Emsland) wurde nach Angaben der Bahn ein Regionalzug vom Blitz getroffen. Die Passagiere stiegen auf freier Strecke in einen anderen Zug um.

Für die Nacht zum Freitag wurden weitere Unwetter mit heftigem Regen erwartet. Fast 100 Einsätze hielten zuvor Feuerwehr und Polizei in Bremen in Atem. "Die Einsatzkräfte mussten Keller leer pumpen, Äste von Straßen holen und überschwemmte Straßen sperren", sagte Polizeisprecher Dirk Siemering.

Blitz sprengt Schornstein

Innerhalb kurzer Zeit fielen nach Angaben des Bremer Wasserversorgers mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. In einem Monat sind durchschnittlich 60 Liter pro Quadratmeter normal. Im Norden der Hansestadt sprengte ein Blitz den Schornstein eines Hauses. Bei einem anderen ging der Dachstuhl in Flammen auf. Es entstand ein Schaden von 250 000 Euro. Im Kreis Lüneburg brannte in Lüdersburg auf einem Bauernhof eine Halle, in der Anhänger, ein Mähdrescher und andere Maschinen untergebracht waren. Die Polizei schätzt den Schaden auf 700 000 Euro.

In Ovelgönne (Kreis Wesermarsch) bescherte das Unwetter einem Ehepaar eine böse Überraschung nach dem Urlaub: Sie waren gerade mal eine halbe Stunde zurück, als der Blitz ihr Reetdach in Brand setzte und 150 000 Euro Schaden verursachte. Auch in den Kreisen Stade, Osterholz, Cuxhaven und im Heidekreis gingen Häuser in Flammen auf. Es gab keine Verletzten. Besonders stark von dem heftigen Regen war der Kreis Wesermarsch betroffen.

In Brake und Elsfleth wurden zahlreiche Straßen überschwemmt. In einer Unterführung stand das Wasser hüfthoch, zehn Autos saßen fest. "Auch bei der Wasserschutzpolizei lief der Keller voll", sagte Polizeisprecherin Birte Heimberg. Ähnlich sah es in den Kreisen Cloppenburg und Osterholz aus. Bei den Rettungskräften gingen die ganze Nacht Notrufe ein. "Da war schon etwas mehr los", sagte Polizeisprecherin Anika Wrede. "Polizei und Feuerwehr hatten außergewöhnlich viel zu tun."

dpa

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