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Panorama Überschwemmungen: Texas zittert vor „Harvey“
Mehr Welt Panorama Überschwemmungen: Texas zittert vor „Harvey“
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21:09 26.08.2017
In Port Aransas traf „Harvey“ auf eine Wohnmobilsiedlung. Hier gab es mehrere Todesopfer. Quelle: AP
Corpus Christi

Nach dem sogenannten Landfall des Hurrikans „Harvey“ an der texanischen Küste war man kurzfristig erleichtert, weil sich „Harvey“ abgeschwächt hatte. Doch „Harveys“ zerstörerische Gewalt hat wohl erst begonnen. Die heftigen Regenfälle dürften mehrere Tage anhalten und könnten mehr als einen Meter Niederschlag bringen. Sie könnten viele Orte überschwemmen, darunter das hochwassergefährdete Houston, die viertgrößte Stadt der USA.

In dem Ort Port Aransas, so meldet es der britische „Independent“, seien mindestens acht Menschen durch „Harvey“ ums Leben gekommen. Weitere Opfer werden noch befürchtet.

„Unser Fokus verschiebt sich zu den extremen Überflutungen in möglicherweise historischem Ausmaß, die wir erleben könnten“, sagte der Spezialist Eric Blake vom Nationalen Hurrikanzentrum in Miami. Während der heftigen Winde konnten Einsatzkräfte jedoch viele Orte nicht erreichen. Es könne Stunden dauern, bis das Ausmaß des Schadens klar wird, hieß es.

„Harvey“ ist der stärkste Hurrikan seit 13 Jahren, der die USA trifft. Texas wurde seit 1961 von keinem gefährlicheren Sturm mehr heimgesucht. Gouverneur Greg Abbott sagte, „Harvey“ könnte „eine sehr große Katastrophe“ werden. Zehntausende hatten sich angesichts der Warnungen vor dem „Monster-System“ vorsorglich von der Golfküste ins Landesinnere in Sicherheit gebracht. „Harvey“ bedroht eine Region mit Ölraffinerien und Chemiefabriken.

In dem Küstenort Rockport habe „Harvey“ große Verwüstung angerichtet, berichtete der Bürgermeister. Die Mobilfunkübertragung sei unterbrochen worden, was die Rettungsdienste beeinträchtigt habe, sagte Charles Wax dem Fernsehsender Weather Channel. Zehn Personen würden in Rockport behandelt, nachdem das Dach ihres Wohnkomplexes abgedeckt worden sei, meldete der Fernsehsender KIII-TV. Stadtmanager Kevin Carruth sagte, das historische Zentrum des 10.000-Einwohner-Städtchens sei erheblich beschädigt worden.

„Harvey“ hatte sich im Golf von Mexiko gebildet und sich sehr schnell gesteigert. Experten hatten befürchtet, dass der Sturm auf den Golf zurückwandern, wieder an Stärke gewinnen und erneut an die Küste kommen könnte. Blake vom Hurrikanzentrum sagte jedoch, dies sei gegenwärtig nicht das wahrscheinlichste Szenario.

Von RND/AP