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Panorama „Er hat die Welt ein bisschen besser gemacht“
Mehr Welt Panorama „Er hat die Welt ein bisschen besser gemacht“
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09:53 12.08.2014
Robin Williams spielte in „Good Morning, Vietnam“, „Club der toten Dichter“ und „Mrs. Doubtfire“. Quelle: dpa
San Francisco

Er war einer der bekanntesten und beliebtesten Hollywoodstars, der unfassbar wandlungsreich und dennoch immer wiedererkennbar war: Robin Williams, der Oscar-Preisträger, der Außerirdische, Kindermädchen, Lehrer, Soldaten, Präsidenten, Bettler, Ärzte und vieles anderes mehr immer ein bisschen verrückt spielte, ist tot. Der 63-Jährige nahm sich offenbar das Leben. „Heute Morgen habe ich meinen Ehemann und meinen besten Freund verloren und die Welt einen ihrer beliebtesten Schauspieler und liebenswürdigsten Menschen“, schrieb Williams Frau Susan Schneider am Montag. „Mein Herz ist völlig gebrochen.“ Er war mit der Grafikdesignerin seit Oktober 2011 verheiratet. Es war seine dritte Ehe.

Williams zählte zu Hollywoods wenigen Comedy-Talenten, die gleichzeitig auch Tiefgang zeigen können. Nur kurze Zeit hielt der Chicagoer an seinem Ziel fest, Politikwissenschaften zu studieren, dann setzte sich die Liebe zum Theater durch. An der berühmten Juilliard-Schauspielschule in New York lernte er sein Handwerk, an der Seite seines guten Freundes, des späteren „Superman“ Christopher Reeve. Er machte immer das, was er ganz zum Anfang gemacht hatte: Stand up Comedy. Alle seine Rollen hatten einen Hauch des Kleinkünstlers, wie sie in Parks und in kleinen Clubs auftreten. Eines sehr guten Kleinkünstlers allerdings. Als er den Außerirdischen „Mork vom Ork“ spielte, machte er so viele Faxen jenseits des Drehbuchs, dass man ihm einfach leere Zeilen ließ. Das war typisch Robin. Einer der Robins.

Denn obwohl man den Schauspieler mit der markanten Nase und dem ebenso markanten Kinn immer wiedererkannte, war er zugleich wandlungsfähig wie wenige andere. Kein Wunder, dass er für „Good Morning, Vietnam“ (1987), „Der Club der toten Dichter“ (1989) und „König der Fischer“ (1991) dreimal für den Oscar nominiert wurde. Er bekam Hollywoods höchste Ehre 1998 schließlich ausgerechnet als Nebendarsteller und ausgerechnet für ein Drama: In „Good Will Hunting“ spielte er, bärtig und ungewohnt still, einen einfühlsamen Psychotherapeuten, der einem jungen Genie (Matt Damon) aus dem Arbeitermilieu den Weg weist.

Zwar nannte „Entertainment Weekly“ ihn 1997 den „lustigsten Menschen der Welt“. Doch er konnte auch anders. In „Zeit des Erwachens“ (1989) half er als Arzt einem an einer seltenen Krankheit leidenden Patienten, gespielt von Robert De Niro. Für Terry Gilliam trat er in dem Großstadtmärchen „König der Fischer“ (1991) als verrückter und belesener Obdachloser vor die Kamera. In dem Thriller „Insomnia“ unter der Regie von Christopher Nolan liefert er sich als Mörder mit einem Detektiv (Al Pacino) ein Katz-und-Maus-Spiel. In dem Psychothriller „One Hour Photo“ sorgte Williams als labiler Einzelgänger für Gänsehaut.

2006 bekannte sich Williams öffentlich zu seinen Alkoholproblemen, legte eine Drehpause ein und ging in Behandlung. Er sei 20 Jahre trocken gewesen, habe jetzt aber wieder mit dem Trinken begonnen, sagte er damals. Nach seinem plötzlichen Erfolg als Fernsehkomiker Ende der 70er Jahre hatte er nach eigenen Angaben reichlich Kokain und Alkohol konsumiert. 2009 musste er sich einer Herzoperation unterziehen, im Jahr zuvor war die zweite Ehe des dreifachen Vaters geplatzt. Im Oktober 2011 hatte er aber wieder geheiratet, die Grafikdesignerin Susan Schneider. „Ich hoffe, in den Erinnerungen wird nicht sein Tod vorherrschen“, sagte Schneider jetzt, „sondern die unzähligen Momente des Spaßes und des Lachens, das er Millionen gab“.

Obama: „Er war einzigartig“

US-Präsident Barack Obama hat Robin Williams als einzigartigen Schauspieler gewürdigt. „Er war Soldat, Arzt, Genie, Kindermädchen, Präsident, Professor, ein lärmender Peter Pan und alles dazwischen“, erklärte Obama am Montag (Ortszeit). „Er kam als Außerirdischer in unser Leben, aber letztlich berührte er jede Faser des menschlichen Geistes. Er brachte uns zum Lachen. Er brachte uns zum Weinen.“ Und Williams habe sein Talent mit denen geteilt, die seine Hilfe brauchten, von Soldaten fern der Heimat bis zu den an den Rand gedrängten auf den Straßen. Seine Familie trauere mit der von Williams, erklärte Obama.

Hollywood reagiert mit Schock und Trauer auf den Tod des Schauspielers. „Er war ein Freund und ich kann es nicht fassen, dass er von uns gegangen ist“, teilte Star-Regisseur Steven Spielberg (67) mit. Er hatte Williams 1991 für den Film „Hook“ vor die Kamera geholt. Oscar-Preisträger Morgan Freeman (77) bekundete seine Trauer auf Twitter: „Er ist weggegangen, aber er wird nie vergessen sein.“ Der Komödiant Steve Martin (68) würdigte Williams in einem Tweet als „Mensch, großartiges Talent, Schauspielkollege und eine aufrichtige Seele“. Er sei „untröstlich“, twitterte Danny DeVito (69).

„Robin Williams hat die Welt ein kleines bisschen besser gemacht“, schrieb Hollywood-Komiker Steve Carell (51) bei dem Kurznachrichtendienst. Oscar-Preisträger Jared Leto (42) würdigte seinen Kollegen als „mutigen Künstler“. „Du hast uns beigebracht, auf der Kante zu stehen, ohne Angst zu leuchten“, schrieb Leto auf Twitter.

Ellen DeGeneres (56) bekundete tiefe Trauer und Schock. „Er hat so vielen Menschen so viel gegeben“, sagte die Talkshow-Moderatorin in einem Tweet. Sie könne die Nachricht von Williams' Tod kaum ertragen, twitterte Sängerin Miley Ray Cyrus. Nie zuvor hätte sie jemandem nachgeweint, den sie nicht persönlich kannte. Sie könne einfach nicht aufhören, bekundete die 21-Jährige.

dpa/jos

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