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Tsunami tötet Dutzende Menschen auf Samoa

Südsee-Paradies Tsunami tötet Dutzende Menschen auf Samoa

Schwere Verwüstungen im Südsee-Paradies: Ein Tsunami hat auf den Samoa-Inseln Dutzende Menschen mit in den Tod gerissen, ganze Dörfer sollen von den Flutwellen weggerissen worden sein. Augenzeugen sprechen von über 100 Toten, unter den Verletzten befinden sich auch zwei Deutsche.

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Das Dorf Si’umu im Westen Samoas wurde vom Tsunami stark zerstört.

Quelle: afp

Die Flutwellen wurden durch ein schweres Seebeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala ausgelöst. Die Zahl der Toten durch die Flutwelle stieg unterdessen auf mindestens 75. Allein auf Amerikanisch-Samoa seien 22 Leichen geborgen worden, teilte ein US-Vertreter vor Ort mit. Es sei allerdings davon auszugehen, dass weitere Opfer geborgen würden.

Auf dem etwa 100 Kilometer entfernten Samoa wurde die Zahl der Toten mit über 47 angegeben. Der Herausgeber der Zeitung „Samoa Observer“, Russel Hunter, sagte, er habe 31 Leichen im Leichenschauhaus der Hauptstadt Apia gezählt. In den Dörfern allerdings seien weitere Opfer zu erwarten. „Es ist wahrscheinlich, dass die Totenzahl auf hundert steigt oder leicht darüber liegt“, sagte Hunter. Die Behörden gaben am Mittwoch nach Angaben von Anwohnern eine weitere Tsunami-Warnung aus.

Die beiden verletzten Deutschen würden derzeit konsularisch betreut, teilte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwoch mit, ohne weitere Details zu nennen. Die deutschen Vertretungen in der Region stünden in Kontakt mit den örtlichen Behörden und bemühten sich um Aufklärung.

Ein samoischer Journalist, Jona Tuiletufuga, berichtete von verheerenden Zerstörungen im Süden und Südwesten Samoas. Ganze Küstendörfer seien von den Flutwellen weggerissen worden, vermutlich seien Tausende Menschen obdachlos geworden. In der Region, aus der die Nachrichten über Zerstörungen einträfen, gebe es rund siebzig Dörfer mit jeweils 300 bis 800 Einwohnern.

Augenzeugen auf Amerikanisch-Samoa sagten, Autos seien ins Meer gespült und Gebäude zerstört worden. Ein Augenzeuge sprach von einer rund neun Meter hohen Wasserwand. Der Leiter des Nationalparks, Mike Reynolds, berichtete von großen Zerstörungen. Ein Park-Sprecherin sagte, Parkmitarbeiter hätten ihr am Telefon gesagt, dass fünf Flutwellen das Besucherzentrum in der Hauptstadt Pago Pago getroffen hätten. Das Zentrum und weitere Büros seien vermutlich zerstört. Eine der Wellen sei den Schilderungen zufolge neun Meter hoch gewesen.

Ein neuseeländischer Tourist berichtete dem Radio New Zealand er schaue von einer Anhöhe über die samoische Hauptstadt Apia und blicke auf ein verwüstetes Areal. „Wir sind auf einen Hügel geklettert und einer aus der Gruppe hatte ein gebrochenes Bein. Wir brauchen Hilfe. Es wird hier Leute geben, die brauchen viel Hilfe, es ist plattgmacht“. Diplomat Dolphin, der sich zum Zeitpunkt des Bebens im Norden Samoas aufhielt, sagte, die Erschütterungen hätten Fensterscheiben vibrieren und Gegenstände aus Regalen und von Tischen zu Boden fallen lassen. „Es war ziemlich beängstigend.“

Das Außenministerium in Seoul bestätigte, dass auf Amerikanisch-Samoa zwei Südkoreaner ums Leben gekommen seien, ein dritter werde vermisst. Neuseeland kündigte Unterstützung an: Eine Militärmaschine werde bei der Suche nach Überlebenden und beim Transport von Hilfsgütern in die betroffenen Regionen helfen, sagte Außenminister Murray McCully am Mittwoch.

Auch die USA schickten ein Nothilfeteam. Der US-Kongressabgeordnete für Samoa, Eni Faleomavaega, sagte AFP am Telefon, bei einer etwa viereinhalb Meter hohen Flutwelle sei mit schweren Zerstörungen in Dörfern knapp über dem Meeresspiegel zu rechnen. Der Tsunami habe „schwere Schäden“ verursacht. Berichte über Tausende Obdachlose und rund zwanzig Tote stimmten „in etwa“. Faleomavaega berief sich auf Behördenvertreter vor Ort auf Amerikanisch-Samoa. Das US-Außengebiet liegt im Südosten des Inselstaates Samoa.

Der Tsunami wurde am Dienstagmorgen (Ortszeit) von einem schweren Seebeben der Stärke 8,0 auf der Richterskala vor der Küste Samoas ausgelöst. Das Epizentrum des Bebens lag rund 200 Kilometer südwestlich von Apia in 18 Kilometern Tiefe, wie das US-Institut für Geophysik (USGS) mitteilte, das die Erschütterungen um 6.48 Uhr (19.48 Uhr MESZ) aufzeichnete. Eine Tsunami-Warnung wurde für Neuseeland und mehrere kleine Insel-Staaten ausgegeben, später aber wieder aufgehoben. Auch Japan gab kurze Zeit später eine Tsunami-Warnung aus.

afp

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