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Panorama Toter Wolf in Schluchsee kam aus Niedersachsen
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16:11 21.07.2017
Ein Wolf steht bei Stockach (Baden-Württemberg) in der Nähe von Obstbäumen, aufgenommen am 25. Juni 2017. Quelle: dpa

Für den NABU-Landesvorsitzenden Johannes Enssle unterstreicht dies die Bedeutung Baden-Württembergs „als genetischer Brückenkopf“ zwischen der zentraleuropäischen Wölfen im Norden und Osten Deutschlands sowie Tieren aus den Alpen. Enssle wartet wie andere Wolfexperten gespannt auf den für nächste Woche erwarteten Befund zur Todesursache des jungen Wolfes. „Sollte sich der Verdacht auf mutwillige Tötung erhärten, wird der NABU Strafanzeige gegen Unbekannt einreichen“, kündigte er am Freitag an.

Der Wolf war am 8. Juli im Schluchsee mit Verletzungen an der Brust gefunden worden. Das Tier wird im Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) untersucht.

„Die Todesursache war jedenfalls nicht natürlich“, ist der naturschutzpolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Markus Rösler, überzeugt. Nicht nur wegen der Wunde an der Brust. Weil Wölfe sehr gute Schwimmer sind, wäre der Schluchsee keine Barriere für ihn gewesen. So habe ein Wolf aus derselben Population die Ostsee auf einer Strecke von rund 1500 Metern überlebt, bis er auf die dänische Insel Fünen gelangte. „Hätte der Wolf in unserem Bundesland überlebt, hätte es die Chance auf eine Vermischung mit der alpinen Population gegeben.“

Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) hatte am Donnerstag in einer Debatte zum Thema „Wolfsmanagement in Baden-Württemberg“ im Stuttgarter Landtag von neuen Erkenntnissen berichtet. Das Senckenberg-Instituts für Wildtiergenetik identifizierte das Tier als eines von drei Welpen, die im vergangenen Jahr in Schneverdingen nachgewiesen wurden. Der Wolf sei unter dem Kennzeichen GW 630 M registriert und der zentraleuropäischen Flachlandpopulation zuzurechnen.

„Isegrim“ war in den vergangenem Jahren in immer mehr Bundesländer zurückgekommen. Nach Schätzungen leben derzeit rund 60 Rudel vor allem in Ostdeutschland aber auch in Niedersachsen. In Thüringen soll es etwa um die 100 Wölfe geben, in Niedersachsen laut dem dortigen Umweltministerium inzwischen rund 130 und in Brandenburg mehr als 150 Tiere. In Baden-Württemberg sind seit 2015 vier Tiere gesichtet worden.

Im Südwesten war der Wolf im 19. Jahrhundert ausgerottet worden. Das letzte in Württemberg erlegte Exemplar starb 1865 in Neudenau (heute Kreis Heilbronn). Es handelte sich dabei nach Auskunft von Rösler um eine Wölfin. Der letzte badische Wolf wurde 1866 bei Zwingenberg (Neckar-Odenwald-Kreis) erlegt.

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