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Panorama Essener Konzern einigt sich mit Gewerkschaft
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15:35 22.12.2017
Stahlwerk von Thyssenkrupp In Duisburg: Der Konzern kann nun die Stahlsparte in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem indischen Tata-Konzern auslagern. Quelle: Oliver Berg (dpa)
Essen

Thyssenkrupp steht nach einer Einigung mit den Arbeitnehmervertretern vor einem weitgehenden Rückzug aus seiner problembehafteten Stahlsparte. Als Teil eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem indischen Konkurrenten Tata soll der größte deutsche Stahlproduzent seinen Sitz künftig in den Niederlanden haben. Für die deutschen Beschäftigten wurden langfristige Job- und Standortgarantien sowie Investitionen vereinbart, wie Unternehmen und IG Metall mitteilten. Gleichzeitig deutete Thyssenkrupp einen möglichen Abschied vom Stahlgeschäft an - eventuell durch einen Börsengang.

Thyssenkrupp-Betriebsratschef Wilhelm Segerath wertete die nach monatelangen Verhandlungen erzielten Beschäftigungsgarantien bis 2026 als „einmalig und historisch“. Gleichzeitig kündigte er am Freitag weiteren Widerstand gegen eine Verlegung des Unternehmenssitzes in die Niederlande an. Mit einem Ultimatum hatten Betriebsräte und IG Metall zuvor versucht, das Unternehmen unter Druck zu setzen und ein Votum unter den Beschäftigten über das Verhandlungsergebnis angekündigt. Das Ergebnis der Abstimmung soll nun am 5. Februar bekanntgegeben werden.

Aktionärsvertreter kritisierten die weitreichenden Zugeständnisse an die Gewerkschaft. Damit werde der bestehende Status zementiert, sagte Thomas Hechtfischer von der Deutschen Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz. Unterm Strich sei es jedoch positiv, dass es weitergehen könne.

Wesentlicher Bestandteil der Einigung ist eine Beschäftigungssicherung bis zum 30. September 2026. An dem Abbau von bis zu 2000 Stellen in Deutschland im Zuge der Fusion hält Thyssenkrupp dabei fest. Dieser soll jedoch sozialverträglich umgesetzt werden.

Thyssenkrupp will sich auf lange Sicht von dem schwankungsanfälligen Geschäft lösen. Trotz jüngster Preiserholung sieht der Konzern weiter strukturelle Probleme im Stahlgeschäft, das noch immer von Überkapazitäten geprägt ist. Thyssenkrupp und Tata erhoffen sich durch die Zusammenlegung ihrer Geschäftsteile hohe Einsparungen - früheren Angaben zufolge 400 bis 600 Millionen Euro jährlich. An dem Gemeinschaftsunternehmen sollen beide Partner je 50 Prozent besitzen.

Allerdings könnte es in den kommenden Jahren zu einer Verschiebung der Eigentümerstruktur kommen - und Thyssenkrupp seinen Anteil schrittweise reduzieren. „Mindesten sechs Jahre“ will der Konzern zwar an dem Gemeinschaftsunternehmen beteiligt bleiben. Gleichzeitig betonte Thyssenkrupp, dass währenddessen eine Veränderung der Struktur nicht ausgeschlossen sei. Dabei nannte der Konzern einen Börsengang als Option.

Das Management unter Heinrich Hiesinger steht unter Druck - nicht nur von Seiten der Gewerkschaften, sondern auch der Anteilseigner. Besonders Großaktionär Cevian fordert entschiedenere Schritte. Die Stahlfusion soll Hiesinger nun die Luft verschaffen, den Konzern auf die Industriesparte mit Geschäften wie Aufzügen und Autokomponenten zu konzentrieren.

Von Uta Knapp

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