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Panorama Terrorverdächtige Göttinger hatten keine Waffen
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00:16 26.03.2017
Quelle: Archiv/Symbolfoto
Celle/Göttingen

Im Fall der Anfang Februar unter Terrorismusverdacht in Göttingen festgenommenen Männer gibt es Zweifel an bisherigen Darstellungen. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Celle vom Donnerstag wurden bei dem 27-jährigen Algerier und dem 23 Jahre alten Mann aus Nigeria keine Waffen gefunden. Das betreffe auch sonstige Gegenstände, „die auf die Vorbereitung eines Anschlags deuten könnten“, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde.

Bei einer Großrazzia in Göttingen und Kassel am 9. Februar waren die beiden Männer festgesetzt worden. Nach den Worten von Göttingens Polizeichef Uwe Lührig bestand die Gefahr eines schweren islamistisch motivierten Anschlags. Die Beamten präsentierten auch Waffen und Munition, die bei der Durchsuchung sichergestellt worden seien. Darunter waren scharf gemachte Schreckschusswaffen, Munition, eine Machete und schwarze Fahnen mit arabischen Schriftzeichen.

Eine Polizeisprecherin in Göttingen sagte am Donnerstag, die Beamten hätten seinerzeit nicht nur die Wohnungen der beiden Verdächtigen durchsucht. Die betreffenden Gegenstände seien „im Rahmen des gesamten Polizeieinsatzes“ sichergestellt worden.

Religiös oder salafistisch?

Die Generalstaatsanwaltschaft Celle bekräftigte gleichzeitig ihre Ansicht, dass es keine belastbaren Hinweise auf konkrete Anschlagsvorbereitungen gegeben habe. Die Behörde bestätigte damit Angaben der Göttinger Kanzlei Matani, die den Mann aus Algerien vertritt. „Es gab gar keine Anschlagspläne zwischen unserem Mandanten und dem Nigerianer“, heißt es dort. Das gehe aus den Ermittlungsakten der Polizei hervor. Äußerungen ihres Mandanten in Telefongesprächen „mit religiösem Bezug“ seien von der Polizei als „salafistisches Gedankengut“ interpretiert worden, teilte die Kanzlei weiter mit. Er sei mit dem Nigerianer nur flüchtig bekannt gewesen.

Das Land Niedersachsen will die beiden Männer in ihre Heimatländer abschieben. Die Göttinger Rechtsanwälte wollen dagegen mit einer Verfassungsbeschwerde vorgehen.

Von Paul Reimar und Andreas Fuhrmann

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