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Panorama Streit um Hasenbilder auf Schultafel: Gericht weist Klage ab
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14:15 20.07.2010

Der Streit um Hasenbilder an der Tafel ist am Dienstag vor dem Amtsgericht Vechta zumindest vorerst beendet worden. Eine Lehrerin hatte auf Unterlassung geklagt. Sie wollte erreichen, dass eine Schülerin keine Hasenbilder mehr an die Tafel malt und auch nicht mehr behauptet, die Pädagogin drehe beim Anblick von Hasen durch. „Die Klage wird abgewiesen“, sagte Richter Hermann Pieper. Gegen die Entscheidung kann die Lehrerin Berufung einlegen.

Eine Lehrerin mit Angst vor Hasen - der Fall hatte deutschlandweit Schlagzeilen gemacht. Die Frau war Thema in Boulevardsendungen und von Glossen in überregionalen Zeitungen. Dabei sei es tatsächlich um etwas ganz anderes gegangen, betonte Richter Pieper nach der Sitzung. „Es geht nicht um eine Hasenphobie, sondern um Mobbing“, betonte er. Es gehe um „Kampf an der Schule“. Zu der Frage, ob die Pädagogin ein Mobbingopfer ist, wollte er sich im Anschluss an die Entscheidung nicht konkret äußern.

Aus der Tatsache, dass er die Klage der Pädagogin abgewiesen habe, folge aber nicht, dass er die Frau nicht für ein Mobbing-Opfer halte, erläuterte der Jurist. „Das war ein komplizierter Abwägungsprozess“, betonte Pieper. Dass der Streit vorbei ist, glaube er nicht. Eine Berufung der unterlegenen Pädagogin halte er für wahrscheinlich.

Die Frau war nicht zur Urteilsbegründung erschienen. Ihren Platz nahmen ihr Mann und ihr Sohn ein, die aber angesichts der großen Medienpräsenz im Gerichtssaal nichts sagen wollten. Auch eine Stellungnahme ihres Anwalts gab es nicht.

Was die Klage der Pädagogin für die 16-jährige Kim bedeutet hat, machte die Mutter der Schülerin nach der Entscheidung klar. Sie zeigte sich erleichtert über den Ausgang des Prozesses. „Ich hoffe nicht, dass da was nachkommt“, sagte sie auf die Frage, ob ihre Tochter nun Nachteile auf der Schule befürchten müsse. Der Streit habe ihre Tochter nervlich stark belastet. „Das war psychischer Stress“, sagte die Mutter.

Sie sei von den Noten her abgerutscht und müsse eigentlich die Klasse wiederholen. „Ich will mich dafür einsetzen, dass sie das nicht muss“, betonte die Mutter. Es gebe Ausnahmeregelungen bei außergewöhnlichen Belastungen, die wolle sie nun geltend machen.

Enttäuscht sei sie darüber, dass die Lehrerin nicht das Gespräch mit ihrer Tochter und ihr als Mutter gesucht, sondern sofort geklagt habe. „Ich war einmal in der Schule und wollte mit dem Direktor ein Gespräch führen“, sagte sie. Dazu sei es nicht gekommen.

Die Pädagogin hatte 2008 an einer anderen Schule in einem ähnlichen Fall eine Schülerin verklagt. Der Rechtsstreit damals endete in einem Vergleich.

Der neue Fall hatte seinen Ausgang genommen, als die 16 Jahre alte Schülerin 2009 von Goldenstedt nach Vechta an eine neue Schule wechselte. Auch die Lehrerin wechselte an diese Schule. Als der Klassenlehrer zum Schuljahresbeginn die Riege der Pädagogen aufzählte und der Name der Klägerin fiel, will die Schülerin „oh ,nee“ gesagt haben. Darauf angesprochen, erzählt Kim ihren neuen Mitschülern, dass die Lehrerin in ihrer alten Schule aus dem Unterricht geflüchtet sei, wenn sie Zeichnungen von Hasen sah. Kim hatte aber immer bestritten, jemals Hasen an eine Tafel gemalt zu haben.

dpa

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