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Panorama Linksradikale kündigen "Kettensägenmassaker" an
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13:53 07.04.2016
Die Stadt Hamburg will auf dem Grundstück am Björnsonweg neun Pavillons für rund 200 Flüchtlinge errichten. Quelle: dpa
Hamburg

Der Bau eines Flüchtlingsheims stößt in Hamburg-Blankenese seit mehreren Tagen auf handfesten Protest. Für die Unterkunft sollen gut 40 Bäume gefällt werden. Ein Anwohner hat das am Mittwoch mit einer erfolgreichen Klage verhindert. Einen Tag zuvor hatten sich mehrere Anwohner mit einer Auto-Blockade der geplanten Fällung entgegengestellt.

Polizei nimmt Aufruf ernst

Nun will eine linksradikale Gruppierung Tatsachen schaffen. Die "Interventionistische Linke" hat auf ihrer Seite und per Youtube-Video zu einer Baumfäll-Aktion aufgerufen. Das "Blankenese Chainsaw Massacre", so heißt es in dem Aufruf, soll am späten Donnerstagnachmittag beginnen. "Flüchtlingssolidarität wird jetzt zur Handarbeit, denn Hamburg ist für alle da" steht in dem Aufuf. 

Ziel der Aktion ist es "überall dort Platz für Flüchtlingsunterkünfte zu schaffen, wo sich Wohlstandschauvinismus und Rassismus Bahn brechen". Wie man konkret vorgehen wolle, steht dort nicht. Allerdings vermittelt das Video, zusätzlich zum Titel "Blankenese Chainsaw Massacre" eine deutliche Botschaft.

Die Hamburger Polizei nimmt den Aufruf ernst. Der Staatsschutz wurde kontaktiert. Man werde mit polizeilichen Maßnahmen darauf reagieren, sagte eine Sprecherin gegenüber Spiegel-Online. Welche das sind, wollte sie aus "einsatztaktischen Gründen" nicht verraten.

Anwalt kritisiert Vorgehen der Behörden

Der Streit um den Bau einer Flüchtlingsunterkunft im Nobel-Stadtteil Blankenese spitzt sich seit einigen Tagen zu. Am Mittwoch hatte das Verwaltungsgericht Hamburg geplante Baumfällarbeiten vorerst untersagt. Das Gericht habe eine Zwischenverfügung erlassen, die bis zu einer Entscheidung über eine Anwohnerklage im Eilverfahren gelte, erklärte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch.

Die Stadt Hamburg will auf dem Grundstück am Björnsonweg neun Pavillons für rund 200 Flüchtlinge errichten. Die 42 Bäume hätten nach einer Sondergenehmigung nur noch bis Freitag gefällt werden dürfen.

Der Anwalt des klagenden Anwohners, Rüdiger Nebelsieck, hatte am Dienstag das Vorgehen der Behörden kritisiert. Die Baugenehmigung sei überraschend schnell erteilt worden. Sie kollidiere klar mit dem europäischen Umweltrecht.

zys/dpa

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