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Panorama Braunschweiger Stiftung wehrt sich gegen Hannover
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06:00 09.06.2017
Von Michael B. Berger
Weist die Kritik vom Landesrechnungshof zurück: Gert Hoffmann, ehemaliger Braunschweiger Oberbürgermeister und Stiftungspräsident Quelle: Surrey/Archiv
Hannover/Braunschweig

Der Landesrechnungshof hat schweres Geschütz gegen die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz aufgefahren - merkwürdige Mitarbeiterseminare zum Thema Kakao, ein zu üppiger Dienstwagen des Direktors und eine zu üppige eigene Verwaltung. Doch viele der Vorwürfe lässt Gert Hoffmann, ehemaliger Braunschweiger Oberbürgermeister und Stiftungspräsident, nicht auf sich sitzen. „Es sind Fehler gemacht worden, die abgestellt werden. Aber wir lassen uns als Braunschweiger Stiftung hier nicht kleinmachen. Das ist doch ein groteskes Missverständnis“, sagt Hoffmann der HAZ.

„Das Gesicht Braunschweigs“

Die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz sei keine nachgeordnete Behörde des Wissenschaftsministeriums oder eine reine Vermögensverwaltung, sondern „die Stimme und das Gesicht Braunschweigs“. Deshalb könne sie Symposien veranstalten oder auch Publikationen herausgeben. „Wenn man das juristisch anders sieht in Hannover, dann soll man mit uns juristisch kämpfen - aber nicht mit unfairen Mitteln.“

Als unfair empfindet Hoffmann den auch über den Rechnungshof vermittelten Eindruck, die Stiftung und ihr Präsident, also er, lebten in Saus und Braus. „Man gönnt sich ja sonst nichts“ hatte der Rechnungshof das Kapitel Braunschweig überschrieben. Hoffmann sagt, es sei schlichtweg falsch, dass die Stiftung seine Feier zum 65. Geburtstag bezahlt habe. Vielmehr habe man ein Symposium veranstaltet, mit 250 Gästen, Grußworten sowie einem Festvortrag des renommierten Kulturhistorikers Christoph Stölzl. Thema: „Historischer Eigensinn - die Bedeutung der Kleinstaaten am Beispiel von Braunschweig und Anhalt.“ Danach habe es eine richtige Geburtstagsfeier gegeben: „Die war privat und die habe ich privat bezahlt.“

Hoffmann weist darauf hin, dass die Stiftung mit einem Vermögen von 250 Millionen Euro 2005 geschaffen worden sei als eine Art Trostpflaster, weil die Regierung Christian Wulff die Bezirksregierungen abgeschafft hatte - und damit ein Stück regionaler Identität. „Die Schaffung dieser Stiftung war etwas wirklich Neues.“ Das unterstreiche ein Gutachten des früheren Staatskanzleichefs Lothar Hagebölling, auf das der Landesrechnungshof in seinem Streit mit der Stiftung aber gar nicht eingehe.

Er räumt auch Fehler ein

Hoffmann räumt ein, dass man auch Fehler gemacht habe, zu denen auch Mitarbeitermotivationstage mit Besuch in einer Schokoladenfabrik gehörten. Berechtigt sei auch die Kritik am ersten Dienstwagen des Direktors, einem BMW 530 x-Drive Touring. Der sei zwar zu günstigen Konditionen geleast worden, habe aber nicht der Dienstwagenrichtlinie entsprochen. Aber dass man ein neues geländegängiges Fahrzeug angeschafft habe, sei richtig: „Bei 9000 Hektar Ackerfläche und 5300 Hektar Wald braucht man Bodenfreiheit.“ Anders als behauptet habe die Stiftung ihre Fördertätigkeit sogar ausgebaut, sagt Hoffmann, der Ende Juni sein Präsidentenamt an den Braunschweiger Oberbürgermeister Ulrich Markurth abgibt.

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