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Panorama Ende der Steuerfreiheit für Altfonds
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16:48 18.12.2017
Die Besteuerung von Fonds wird zum Jahreswechsel umgekrempelt.  Quelle: Andrea Warnecke (dpa)
Hannover

Zum Jahreswechsel tritt eine wichtige Gesetzesänderung im Finanzbereich in Kraft. Sie betrifft Anleger, die bislang steuerfreie Altfonds in ihrem Depot haben. 2018 fällt die Steuerfreiheit weg. Kleinanleger sind davon kaum betroffen. Für Besitzer größerer Fondsvermögen kann es sich jedoch lohnen, noch rechtzeitig vor Jahresende zu reagieren. 

Das Investmentsteuerreformgesetz krempelt die Fondsbesteuerung radikal um. Zweck ist vor allem eine Angleichung der Besteuerung von in- und ausländischen Fonds. Unter dem Strich ändert sich an der Besteuerung von Fonds für die meisten Anleger zwar nur wenig, aber besonders bei „Altbeständen“ gelten künftig neue Regeln. Gemeint sind damit Fondsanteile, die der Anleger vor dem Jahr 2009 erworben hat. Damals wurde die Abgeltungssteuer eingeführt. Aktien oder Fondsanteile, die sich ein Anleger bis Ende 2008 ins Depot gelegt hat, blieben jedoch von der Steuer verschont – und zwar ohne zeitliche Befristung. Wer also zehn oder zwanzig Jahre oder noch später die Papiere verkauft, kann den Gewinn steuerfrei vereinnahmen. Dies galt jedenfalls bisher. 

In nicht einmal zwei Wochen ist es damit vorbei. Schuld daran ist die „fiktive Veräußerung“. Wegen des Systemwechsels bei der Besteuerung gelten alle Fonds, die zur Jahreswende in den Depots liegen, als veräußert und am 1. Januar 2018 als neu angeschafft. Dies gilt auch für Altfonds. Die Folge: Alle Kursgewinne, die in Zukunft anfallen, unterliegen der 25-prozentigen Abgeltungsteuer. 

Kleinanleger müssen sich jedoch keine Sorgen machen. Schließlich gibt es einen Freibetrag von 100 000 Euro. Soweit die künftigen Kursgewinne diesen Betrag nicht überschreiten, bleibt das Finanzamt weiter außen vor. Deshalb wäre es Unsinn, jetzt noch aus steuerlichen Gründen alte Fondsanteile zu verkaufen, weil man damit den Freibetrag verschenken würde. 

Wer auf größeren Altbeständen sitzt, sollte sich indessen Gedanken machen, rät Anja Kleversaat von der Quirin Privatbank. „Vor allem wenn die Börsen gut laufen, kann etwa bei einem sechsstelligen Altfondsbestand schon innerhalb weniger Jahre die Grenze zur Steuerpflicht auf realisierte Kursgewinne erreicht werden.“ Betroffen dürften etwa viele Freiberufler oder Selbständige sein, die bei ihrer Altersvorsorge stark auf Fonds setzen. 

 Da der Freibetrag jedoch pro Besitzer gilt, lässt sich durch eine Übertragung von alten Fondsanteilen zum Beispiel an Kinder oder Ehegatten der Freibetrag verdoppeln oder sogar vervielfachen. Zum Beispiel könnte so eine vierköpfige Familie insgesamt 400 000 Euro an künftigen Kursgewinnen ohne Beteiligung des Finanzamtes kassieren. Hier gilt die „Fußstapfen-Theorie“, wie der hannoversche Anwalt und Steuerberater Ralf Thesing erläutert. Der Beschenkte tritt sozusagen in die Fußstapfen des Schenkers, weil er dessen Rechte übernimmt. Allerdings ist dabei die Schenkungsteuer nicht zu vergessen. Pro Kind und Elternteil bleibt eine Schenkung von 400 000 Euro in zehn Jahren steuerfrei, bei Ehegatten beträgt der Freibetrag sogar eine halbe Million. „Um Schenkungen noch bis Ende 2017 rechtlich wirksam und überlegt umzusetzen, sollten sich Anleger, für die eine solche Option in Frage kommt, daher umgehend mit ihren Beratern in Verbindung setzen“, rät Steuerexpertin Kleversaat.

3 Billionen Euro Fondsvermögen

Die deutsche Fondsbranche verwaltete Ende Oktober 2017 ein Rekordvermögen von über 3 Billionen Euro. Damit hat sich das Volumen seit Ende 2008 verdoppelt. Das Vermögen der offenen Publikumsfonds, die Geld von den Privatanlegern einsammeln,  erreichte mit gut einer Billion Euro ebenfalls eine neue Höchstmarke. Davon steckten 393 Milliarden Euro in Aktienfonds, 260 Milliarden in Misch- und 213 Milliarden Euro in Rentenfonds. Immobilienfonds kamen auf knapp 90 Milliarden Euro. 

Von Albrecht Scheuermann

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