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Panorama Starregisseur Roman Polanski freigelassen
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14:32 13.07.2010
Die Schweiz hatte Polanski Ende September aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen. Seine Auslieferung wurde laut Widmer-Schlumpf nun aber abgelehnt Quelle: afp

Nach mehr als neun Monaten ist Starregisseur Roman Polanski wieder frei. Die Schweizer Regierung lehnte es am Montag ab, den 76-jährigen Filmemacher an die USA auszuliefern, wo er wegen des Missbrauchs einer Minderjährigen in den 70er Jahren gesucht wird. Die Entscheidung stieß im Ausland weitgehend auf Zustimmung, während sich die USA zunächst nicht äußern wollten.

Polanski könne sich frei bewegen, sagte die schweizerische Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf. Die elektronische Fessel, die er seit Dezember im Hausarrest in seinem Chalet im Schweizer Nobel-Skiort Gstaad tragen musste, sei ihm am Mittag abgenommen worden. Nach Angaben einer Angestellten verließ der polnisch-französische Filmemacher bereits das Grundstück.

Die Schweiz hatte Polanski Ende September aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen. Seine Auslieferung wurde laut Widmer-Schlumpf nun aber abgelehnt, da sich die USA geweigert hatten, ein Gerichtsprotokoll zur Verfügung zu stellen. Klären wollten die schweizerischen Behörden damit die Frage, ob Polanski seine Haft in den USA 1977 nicht schon verbüßt hat.

Die US-Justiz wirft Polanski vor, 1977 die 13-jährige Samantha Geimer sexuell missbraucht zu haben. Polanski hatte 1977 die Tat gestanden und 42 Tage im Gefängnis verbracht. Vor Verkündung des Strafmaßes 1978 setzte er sich nach Europa ab und kehrte seitdem nie in die USA zurück. Er hatte gefürchtet, dass das Verfahren entgegen einer Übereinkuft mit der Anklage wieder aufgerollt wird.

Widmer-Schlumpf zufolge könnte Polanski wegen der langen Phase der Entscheidungsfindung Schadenersatz-Ansprüche geltend machen. Allerdings habe der Regisseur durch zahlreiche Einsprüche das Verfahren auch selbst verlängert. Die USA könnten gegen die Entscheidung keinen Einspruch einlegen, sagte die Ministerin. Das US-Justizministerium lehnte eine Stellungnahme vorerst ab.

Die schweizerische Justiz habe eine „sehr gerechte“ Entscheidung getroffen, sagte Polanskis französischer Anwalt George Kiejman. Er sei „sehr glücklich und sehr bewegt“, dass sein langjähriger Freund wieder frei sei. Dieser habe „einen langen Leidensweg“ hinter sich. Er zeigte sich zuversichtlich, dass „das Missverständnis“ mit den US-Justizbehörden nach Polanskis Freilassung nun „leichter zu regeln“ sei. Er hoffe, dass Polanski eines Tages auch wieder in die USA zurückkehren könne.

In Frankreich äußerten sich Kulturminister Frédéric Mitterand und Außenminister Bernard Kouchner erfreut über die Entscheidung der Schweizer Justiz. Polens Außenminister Radoslaw Sikorski dankte seiner schweizerischen Kollegin Micheline Calmy-Rey für den „klugen Entschluss“. Der Vorsitzende der polnischen Regisseur-Vereinigung, Jacek Bromski, begrüßte die Entscheidung mit „Freude und Bitternis“. „Seine Inhaftierung war von Anfang an unrechtmäßig und jeder wusste das“, sagte er.

Große Erleichterung bei Freunden und Bewunderern von von Starregisseur Roman Polanski (76) in Frankreich: Persönlichkeiten wie Kulturminister Frédéric Mitterrand, Schriftsteller Bernard-Henri Lévy oder Staranwalt Hervé Temime begrüßten die Entscheidung der Schweiz, den polnisch-französischen Filmemacher nicht an die USA auszuliefern.

Mitterrand bezeichnete die Freilassung Polanskis aus dem Hausarrest als gute Nachricht für die künstlerische Gemeinschaft. „Die schmerzhafte Vergangenheit, die vielfältige Persönlichkeit, sein von allen Seiten vielbeachtetes Werk kehren wieder an ihren Platz zurück“, schrieb der Minister am Montag. Er freue sich mit Polanskis Ehefrau Emmanuelle Seigner, den Kindern und allen Freunden, die ihn während der harten Prüfung würdig und entschlossen unterstützt hätten.

„Ich bin sehr, sehr froh, das ist eine immense Erleichterung. Man kann sich gar nicht vorstellen (...), wie viel Leid die ganze Familie während der langen Monate ertragen musste“, sagte Polanskis Anwalt Temime dem Sender Europe1. Er begrüße zudem, dass die Schweiz dem Diktat der USA widersprochen habe. Er habe kurz mit seinem Mandanten sprechen können. Polanski fühle sich befreit und glücklich.

Polanskis Philosophen-Freund Lévy sagte: „Ich bin verrückt vor Glück.“ Er hatte auf seiner Website einen Aufruf zur Unterstützung Polanskis veröffentlicht. Auch internationale Stars wie Woody Allen, Wim Wenders, Pedro Almodóvar, Monica Bellucci, David Lynch und Martin Scorsese hatten sich für den 76-Jährigen eingesetzt.

afp/dpa

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