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Panorama Stare gefährden Heidelbeerernte
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15:32 19.07.2017
Vermehrt werden Heidelbeerfelder schwarmweise von Staren angeflogen, die über die Früchte herfallen. Quelle: Silas Stein / dpa
Borstel

Hungrige Stare haben in diesem Jahr wiederholt Obstbauern das Leben schwer gemacht und tonnenweise Heidelbeeren von den Feldern gefressen. Diese Saison sei das Problem besonders massiv, sagte der Vorsitzende des Bundes Deutscher Heidelbeeranbauer, Heiner Husmann. Der Obstbauer aus Borstel im Kreis Diepholz hat nach eigenen Angaben schon mehr als zehn Tonnen Verlust bei seinen Früchten.

Die meisten Heidelbeeren kommen aus Niedersachsen

Mehr als 70 Prozent von Deutschlands Anbaufläche für Heidelbeeren liegt nach Angaben des Bunds Deutscher Heidelbeeranbauer in Niedersachsen. Doch nicht nur auf den Feldern entsteht Schaden. Durch einen Schwarm davonfliegender Vögel sei eine Starkstromleitung auf Husmanns Feldern in Borstel im Landkreis Diepholz so ins Schaukeln geraten, dass sie gerissen ist.

Tierbestand drastisch gesunken

Grund für das Problem ist nach Angaben von Naturschützern vor allem schwindender Lebensraum und der Rückgang von Insekten, der Hauptfutterquelle der Stare. „Seit 1990 ist der Bestand der Stare um über 50 Prozent gesunken“, sagte Sabine Littkemann, Vorsitzende der Naturschutzorganisation Bund Region Hannover. Der Star gilt damit als vom Aussterben bedroht und steht auf der Liste der gefährdeten Brutvögel. In Deutschland gebe es der letzten Schätzung nach nur noch etwa 420.000 Brutreviere. Außerdem spiele der wachsende Bestand von Fressfeinden, wie Waschbär und Marderhund, eine Rolle. „In Angesicht des sinkenden Nahrungsangebots sind Beerenfelder für Stare wie Büffets für den Menschen“, sagte Littkemann.

Bauern setzen Knallkanone ein

Leidtragende sind die Obstbauern, die nun aufrüsten: Mit Klatschen ausgerüstete Erntehelfer und Autos, die die Stare durch Hupsignale vertreiben sollen, patrouillieren an den Feldern. Die Stare lassen sich dadurch aber nur kurzfristig vergrämen. Auch Adlerattrappen und Vogelscheuchen sollen gegen die Stare helfen. Doch es geht noch eine Nummer größer. „Seit Freitag haben wir eine Knallkanone in Betrieb“, sagte Jochen Rieke, Obstbauer aus Neustadt am Rübenberge. „Propangas sammelt sich in einer Kartusche an und wird von einem Funken gezündet. Der Knall vertreibt die Stare.“ Aktuell befinde sich das Gerät in der Erprobung. Allerdings sei die Kanone nur für Felder geeignet, die abseits von Wohngebieten liegen.

Stare immer dreister

„Die Stare sind schlau und werden immer dreister. Gemeinsam heben sie die Netze an“, sagte Michael Prüllage, Obstbauer in Neuenkirchen-Vörden im Landkreis Vechta. Seine Heidelbeerfelder schützt er durch Netze. Der Landwirt sieht seine Existenz gefährdet, nicht nur wegen der Stare, sondern auch wegen anderer Schädlinge, wie der Kirschessigfliege. Bei der Apfelernte und besonders bei der Kirschernte seien Singvögel ein Problem. „Wenn man ihnen als Kompromiss zwei Sträucher überlässt, aasen sie alles ab, auch wenn sie schon satt gefressen sind. Das ist pure Zerstörung“, sagte der Obstbauer.

dpa

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