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Panorama So wurde das kleine Viehle ein Besuchermagnet
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20:35 09.04.2017
„Wir wollen es eben schön haben“: Wernfried Meyer (re.) und Helfer hängen die bunten Eier auf. Quelle: Jens Büttner
Viehle

Richtig viel Zeit hat Wernfried Meyer in das Wartehäuschen gesteckt, hat Haken und Regale in die kleine Holzhütte geschraubt, Hunderte Ostereier aus Plastik besorgt und aufgehängt. Auf Flohmärkten hat der Rentner nach den Eiern gesucht, hat auch Hasen und Küken gekauft oder geschenkt bekommen. Und er hat frisches Grünzeug geschnitten und Obstzweige sowie Äste einer Korkenzieherweide um die Haltestelle drapiert. „Wir wollen es eben schön haben“, sagt Meyer. Unter den frischen grünen Weidenzweigen und bunten Ostereiern ist das Wartehäuschen an der Buswendeschleife in Viehle im Landkreis Lüneburg versteckt.

Drei Wochen Arbeit

Drei Wochen hat es gedauert, bis der 72-Jährige aus dem herkömmlichen Wartehäuschen aus Holz einen schmucken Unterstand gemacht hat. Die Haltestelle im winzigen Dorf am Nordostufer der Elbe hat sich inzwischen zu einem echten Besuchermagnet entwickelt. „Manche kommen extra, legen im Wartehäuschen eine Pause ein, essen und trinken, machen Fotos.“ Das gab es früher nicht in dem einsamen Ort, der nur sieben Häuser und 24 Einwohner zählt. „Ist schön, wenn jemand vorbeikommt und anhält. Man schnackt mal ’n Wort, das macht glücklich und ist für uns wie Nervennahrung.“ So oft kommt das sonst im abgelegenen Viehle nicht vor. Der winzige Ort gehört zur Gemeinde Amt Neuhaus. Die war 1993 auf Wunsch der Bürger von Mecklenburg nach Niedersachsen gewechselt und bildet nun eine Exklave im nordostdeutschen Bundesland.

Seit Jahrzehnten kümmern sich Wernfried und Adelheid Meyer um ihr Dorf. Ehrenamtlich hüten sie das Storchennest, in dem auch dieses Jahr wieder ein Paar brütet. Und sie pflegen das Buswartehäuschen, harken Laub, jäten Unkraut, säen Gras, pflanzen Blumen.

Vermarktung? „Ach was!“

Und zweimal im Jahr putzen sie, unterstützt von Nachbarn, den hölzernen Unterstand so richtig heraus - zu Weihnachten und auch jetzt wieder zu Ostern. Der 72-Jährige arbeitete früher in der Landwirtschaft, später als Landschaftspfleger. Gärtnern mache ihm noch immer Freude, sagt Ehefrau Adelheid.

Andere nutzen den Hype um das Bushäuschen: Norbert Vormelker vom örtlichen Tourismusverband wünscht sich, die Haltestelle breiter zu vermarkten, um mehr Besucher in die Region zu locken. „Ach was“, winkt Meyer ab. Es genüge, wenn das Wartehäuschen Wanderern und Radlern gefällt, dem Landarzt und der Briefträgerin. Die komme ohnehin regelmäßig zur Busstation: Hier hängt der einzige öffentliche Postkasten weit und breit.

von Grit Büttner

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