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Panorama Hier ist die Silvester-Knallerei verboten
Mehr Welt Panorama Hier ist die Silvester-Knallerei verboten
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00:16 29.12.2017
Verbotszonen für Böller: Zahlreiche Städte greifen zu rigiden Maßnahmen. Quelle: Foto: dpa
Hannover/Bremen

In vielen niedersächsischen Städten müssen Feiernde an Silvester auf Böller und Raketen verzichten. Auch in der Bremer Innenstadt gibt es Einschränkungen. Die Verbote gelten wegen der Brandgefahr vor allem für Altstädte mit vielen Fachwerkhäusern. Unter anderem haben Lüneburg, Hildesheim, Bad Gandersheim und Hameln ihre Altstädte zu Verbotszonen für Feuerwerk erklärt. „Hier ist alles sehr eng gebaut. Und die Fachwerkhäuser sind natürlich besonders gefährdet“, sagt eine Sprecherin der Stadt Lüneburg. Bremen verbietet die Knallerei rund um das historische Rathaus und den Roland, Bremerhaven am Zoo.

In Osterode gilt das Böllerverbot seit 1999, weil zuvor einige Häuser in der Altstadt durch Feuerwerk abgebrannt waren. In Goslar sorgte 2006 eine Rakete für einen Brand, durch den mehrere Gebäude zerstört wurden. In der Altstadt herrscht ebenfalls absolutes Böllerverbot.

Seit dem vergangenen Jahr darf in Göttingen in der kompletten Innenstadt kein Feuerwerk mehr gezündet werden. Trotzdem wird die Stadt aus Sorge vor Zuwiderhandlungen die Parkscheinautomaten abschalten und vor Böllern sichern. In allen Verbotszonen drohen Hobby-Pyrotechnikern hohe Geldstrafen, wenn sie trotzdem zündeln.

Strenge Regeln seit 2009

Die Sonder-Verbote gelten nur am 31. Dezember und 1. Januar. Im Rest des Jahres darf Feuerwerk der Kategorie 2 ohnehin nicht gezündet werden. Das betrifft Raketen, Böller und Ähnliches. Nur Kinder- und Jugendfeuerwerk kann sonst abgebrannt werden.

Generell darf in Niedersachsen seit 2009 direkt neben Altenheimen, Kinderheimen, Kirchen, Krankenhäusern, sowie Reet- und Fachwerkhäusern kein Feuerwerk gezündet werden. Einige Kommunen baten zuletzt auch darum, rund um Flüchtlingsunterkünfte auf Böller zu verzichten.

Naturschutzgebiete wie der Harz oder das Weltnaturerbe Wattenmeer mit Ruhezonen und EU-Vogelschutzgebieten sind ohnehin böller- und raketenfreie Zonen. Knall- und Pfeifgeräusche versetzten viele Tiere und besonders Vögel in Panik, warnt die Nationalparkverwaltung in Wilhelmshaven. Auch am Rande des Nationalparks werde Feuerwerk die ohnehin schon kälte- und eisgestressten Wat- und Wasservögel von ihren Futter- und Rastplätzen vertreiben, befürchten Naturschützer beim Wattenrat. 

100 Euro Bußgeld

Bisher hat nur die Insel Spiekeroog per Satzung ein ganzjähriges Verbot von Feuerwerken erlassen. Mit diesem Image kann die Insel bei Gästen punkten, die gerade zu Silvester Ruhe und Erholung suchen. Die Lärmschutzverordnung der Kommune hat sich jetzt auch als gerichtsfest bewiesen: Das Oberlandesgericht Oldenburg bestätigte vor Kurzem die Rechtmäßigkeit eines Bußgeldes gegen einen Insulaner. Der hatte zum Jahreswechsel 2016/17 eine Batterie Feuerwerkskörper auf Spiekeroog abgebrannt und dafür einen Bußgeldbescheid über 100 Euro bekommen – zu Recht, wie das Gericht entschied.

Von Christoph Koopmann