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Panorama Sikhs wehren sich gegen Sikh-Witze
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19:25 05.04.2016
Sikhs sind Angehörige einer monotheistischen Religion, die im 15. Jahrhundert vom Wanderprediger Guru Nanak gegründet wurde. Die Gemeinschaft lebt überwiegend im Bundesstaat Punjab. Quelle: Darren Hauck
Neu-Delhi

Ein beliebter Witz in Indien geht so: Ein Sikh sagt zu seinem Angestellten: „Geh raus und gieß die Pflanzen.“ Angestellter: „Es regnet.“ Sikh: „Ja und? Dann nimm einen Regenschirm mit.“ Harvinder Chowdhury kann darüber nicht lachen. Denn dieser Witz ist nur einer von Tausenden über vermeintlich begriffsstutzige oder naive Sikhs.

Sie fühle sich schikaniert und verhöhnt, erklärt Chowdhury. Deswegen hat sie – selbst Anwältin – mit anderen Sikhs Klage eingereicht. Die Forderung: Ein Witzverbot, damit die etwa 20 Millionen Sikhs in Würde leben können. Der Supreme Court, Indiens höchstes Gericht, bat am Dienstag in einer Anhörung das Management-Komitee der Sikh-Tempel in der Hauptstadt Neu-Delhi um Vorschläge für Richtlinien. Dann sei die Sache vertagt worden, sagt Anwalt Surinder Singh Gulati. Wann das Gericht eine Entscheidung fällt, ist unklar.

Eine der erfolgreichsten Minderheiten

„Wir wollen ein Gesetz, das Witze verbietet, die Angehörige einer Gemeinschaft in ein schlechtes Licht rückt“, sagt Parminder Pal Singh vom Management-Komitee. Rassistische Witze seien nicht lustig, findet er – egal ob sie sich gegen Sikhs, Christen, Muslime, Buddhisten oder andere richten. Warum gerade die Sikhs zum Ziel des Spottes wurden, scheint in der Geschichte des Subkontinents verloren gegangen zu sein.

Sikhs sind Angehörige einer monotheistischen Religion, die im 15. Jahrhundert vom Wanderprediger Guru Nanak gegründet wurde. Die Gemeinschaft lebt überwiegend im Bundesstaat Punjab im Nordwesten Indiens, doch reisen viele Anhänger als Geschäftsleute durchs ganze Land. Sikhs gelten in Indien als hart arbeitend und mit Unternehmergeist gesegnet. Sie bilden eine der erfolgreichsten Minderheiten des Landes – und werden daher verlacht, um Minderwertigkeitskomplexe auszugleichen.

Von Doreen Fiedler

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