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Panorama Schweres Nachbeben erschüttert Großraum Tokio
Mehr Welt Panorama Schweres Nachbeben erschüttert Großraum Tokio
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08:12 16.04.2011
Seit dem verheerenden Erdbeben am 11. März wird Japan immer wieder von Nachbeben erschüttert. Quelle: dpa

Ein schweres Nachbeben hat am Samstag den Großraum Tokio erschüttert. Berichte über mögliche Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Meteorologische Behörde gab keine Tsunami-Warnung aus. Der Erdstoß der Stärke 5,9 erschütterte die Katastrophenprovinz Ibaraki sowie angrenzende Regionen. Das Epizentrum lag in rund 70 Kilometer Tiefe im südlichen Teil der Provinz Tochigi. Auch Häuser in der Hauptstadt Tokio schwankten.

Der Betrieb von Hochgeschwindigkeitszügen wurde vorübergehend, wie bei solchen Erdbeben üblich, automatisch gestoppt. Seit dem verheerenden Seebeben der Stärke 9,0 und dem Tsunami vom 11. März halten Hunderte von teils starken Nachbeben die Japaner in Atem.

Im zerstörten Atomkraftwerk Fukushima kämpfen die Arbeiter indes weiter gegen verseuchtes Wasser. Mit Hilfe des Minerals Zeolith versuchen sie, ins Meer geflossenes radioaktives Material zu absorbieren. Im Schacht eines Meerwasserrohrs des Reaktors 2 ist das dort angesammelte hochgradig verseuchte Wasser bis zum Samstag um 1,5 Zentimeter gestiegen, wie die japanische Nachrichtenagentur Jiji Press berichtete.

Die Arbeiter in der Atomruine deponierten drei je 100 Kilogramm schwere Säcke mit Zeolith nahe der Ansaugrohre für den Reaktor 1 im Meer. Sieben weitere der 80 Zentimeter hohen Säcke seien vorbereitet worden, meldete Jiji. Die Arbeiten werden am Wochenende fortgesetzt. Der Betreiber Tepco will zunächst prüfen, wie effektiv diese Methode ist. Es werde erwogen, Zeolith dann auch in den Turbinengehäusen der Reaktoren einzusetzen, wo sich verseuchtes Wasser angesammelt hat.

Unterdessen hat der Atombetreiber Tepco herausgefunden, dass das in einem Tunnelschacht des Reaktors 2 angesammelte stark verseuchte Wasser seit dem Abend des 15. April bis zum Samstagmorgen (Ortszeit) um 1,5 Zentimeter auf 88,5 Zentimeter Höhe gestiegen ist. Neben dem zur Kühlung des Reaktors eingesetzten Wassers könnte auch Grundwasser eingesickert sein, hieß es. Außer mit Säcken voll Zeolith versuchen die Arbeiter mit Stahlplatten die Verseuchung des Meeres einzudämmen.

Unterdessen erwartet die japanische Regierung an diesem Sonntag US-Außenministerin Hillary Clinton zu einem halbtägigen Kurzbesuch. Sie dürfte dabei laut Medien Japan die weitere Unterstützung seiner Schutzmacht versichern. Washington unterstützt Japans Katastropheneinsatz mit mehr als 200.000 Soldaten, 160 Maschinen der Luftwaffe und 20 Marineschiffe. Der Einsatz trägt den Namen „Operation Tomodachi“ (Operation Freund). Clinton wird Premier Naoto Kan und Außenminister Takeaki Matsumoto treffen und an einer Tee-Gesellschaft des Kaisers teilnehmen. Laut Medienberichten wird sie aber anders als geplant nicht in die Katastrophengebiete reisen.

dpa

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