Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama "Männerparkplätze" sind eine Herausforderung
Mehr Welt Panorama "Männerparkplätze" sind eine Herausforderung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:57 14.08.2015
Aufmerksamkeit ist der Gemeinde Triberg sicher: Es gibt dort "Männerparkplätze" und ein sexistisches Plakat, das dafür wirbt. Quelle: dpa/Symbolbild
Triberg

Jugendfrei ist das Bild nicht zu beschreiben, das die Wand vor zwei eigens ausgewiesenen "Männerparkplätzen" im Schwarzwald-Städtchen Triberg ziert: Eine Frau räkelt sich mit leicht gespreizten Beinen, streckt ihre Brüste in die Luft, das lange Haar fällt nach unten. Ein Schild mit der Aufschrift "1. Männer-Parkplatz" verdeckt die Rundungen etwas. Über der Frauensilhouette steht der Schriftzug "Steile Berge, feuchte Täler".

Das Bild einer nackten Frau und der Spruch "Steile Berge, feuchte Täler" steht in Triberg (Baden-Württemberg) an der Wand vor dem ersten Männerparkplatz in Deutschland. Quelle: dpa

"Geschmacklos" nennt es eine Frau, die kopfschüttelnd vorbeigeht. Einem Passanten gefällt es gut, er sagt: "Das ist ein klarer Werbegag." Und genau das war das Ziel. Tribergs Bürgermeister nennt es einen "Beitrag zum Humor in der Gesellschaft". Noch viel wichtiger ist für Gallus Strobel (CDU): "Diese Aufmerksamkeit ist gut für Triberg." Denn um Touristen in das 5000-Einwohner-Städtchen zu locken, reichen Wasserfälle alleine offenbar nicht mehr aus.

Aufmerksamkeit um jeden Preis? Für Tribergs Image könnte das nach hinten losgehen. "Triberg liebt's niveaulos", kommentierte am Freitag eine Twitter-Nutzerin. Ein anderer Kommentar in dem Kurznachrichtendienst lautete: "Ist das ekelhaft!" Und die "Emma"-Redaktion um Frauenrechtlerin Alice Schwarzer twitterte etwas ungläubig: "Kannste dir nicht ausdenken."

Vor drei Jahren wies Bürgermeister Strobel "Deutschlands erste Männerparkplätze" in dem Parkhaus aus. "Die Stellplätze sind sehr schwer zu befahren, da kommt man eigentlich nur rückwärts rein", sagt Strobel. "Da haben wir die Idee gehabt, daraus welche für Männer zu machen." Nun prangt hier das frivole Bild der Frau.

Den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Baden-Württemberg stößt es sauer auf. "Diese Art der sexistischen Werbung, die den nackten Körper einer Frau als Blickfang nutzt und die sexuelle Verfügbarkeit von Frauen allgemein suggeriert, ist frauen- und menschenverachtend", teilten sie am Freitag mit. Aber Strobel will das Bild auf keinen Fall entfernen: "Es geht um die Freiheit der Kunst, die provozieren darf und soll."

Der Deutsche Werberat hat auch schon Beschwerden erhalten – Begründung: Es sei frauenfeindlich und sexistisch. Werberat-Geschäftsführerin Julia Busse sagt: "Wir können nichts tun, wir sind nur für Wirtschaftswerbung zuständig."

Die Idee für Bild und Spruch hatte übrigens eine Frau: Die Designerin Selina Haas mit einem ähnlichen Slogan und einer Frauensilhouette die Anzeige des Tourismusvereins Ferienland Schwarzwald im Bordmagazin einer Fluggesellschaft entworfen. "Wir haben überlegt, was den Schwarzwald ausmacht. Da sind wir auf große Berge, feuchte Täler und jede Menge Wald gekommen." Sie habe sofort an eine Frau denken müssen.

Von Judith Hoppermann und Patrick Seeger

Panorama Einsätze für Kampfmittelbeseitigungsdienst - Ausgetrocknete Elbe fördert Granaten zutage

Hochkonjunktur für den Kampfmittelbeseitigungsdienst: Das anhaltende Niedrigwasser hat insbesondere an der Elbe vermehrt Patronen, Minen und Granaten zutage gebracht. Deshalb habe es an manchen Tagen mehrere Einsätze gehabt, teilte ein Sprecher am Freitag in Magdeburg mit.

14.08.2015
Panorama Zweifel an Schuld nach DNA-Test - Mann offenbar 34 Jahre zu Unrecht in Haft

Angeblich hatte er 1976 ein Mädchen vergewaltigt und umgebracht. Lewis Fogle verbrachte deshalb sein halbes Leben im Gefängnis. Wahrscheinlich zu Unrecht: Nach einem DNA-Test ließ ein Gericht Lewis Fogle jetzt frei.

14.08.2015
Panorama 1000 Dollar Lösegeld gefordert - Mann nimmt Schildkröte als Geisel

In den USA hat ein Mann versucht, mit der Geiselnahme einer Schildkröte 1000 Dollar Lösegeld von der Besitzerin des Tieres zu erpressen. Nachbarn brachten die Polizei aber auf seine Spur.

14.08.2015