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19:40 17.09.2014
Er fertigte die Hochzeitsschuhe: Schuhmacher Georg Wessels. Quelle: dpa
Münster

Darüber war ein heftiger Streit zwischen zwei Schuhmachern aus Deutschland entbrannt. Am Mittwoch trafen sich die beiden Kontrahenten vor dem Landgericht Münster - und schlossen einen Vergleich. Damit steht fest: Die unglaublich großen Schuhe stammen zweifelsfrei aus der Spezialwerkstatt von Schuhmacher Georg Wessels im münsterländischen Vreden. Das gab auch Konkurrent Bertl Kreca aus München zu Protokoll. Allerdings will auch er damals spezielle Hochzeitsschuhe für Sultan Kösen angefertigt haben. Die hätten Kösen jedoch nie erreicht. Jetzt sollen Krecas Schuhe im Deutschen Schuhmuseum Hauenstein in Rheinland-Pfalz ausgestellt werden.

Der Prozess hatte gestern noch gar nicht begonnen, da hatte Schuhmacher Wessels den Gerichtsflur auch schon in Beschlag genommen. Der Münsterländer hatte extra einen großen Koffer mitgebracht - gefüllt mit Schuhen und Leisten. „Ich zittere vor Wut“, sagte er und zeigte zwei Riesen-Schuhe vor: Einer war aus seiner Werkstatt, der andere stammte von Schuh-Bertl aus München. Sofort sichtbar: Das Exemplar aus Bayern war deutlich größer. „Der passt Kösen doch gar nicht“, schimpfte Wessels vor Journalisten. Und: „Auch ist die Unterseite der Schuhe zu glatt für Sultan Kösen, der für mehr Lauf-Sicherheit Gummi-Sohlen braucht.“ Wie also könne Bertl Kreca behaupten, dass es sich dabei um einen Hochzeitsschuh für Kösen handele. Zeitungsartikel hatten Wessels in Rage gebracht. Kreca soll behauptet haben, dass er die Hochzeitsschuhe für Kösen angefertigt habe. Die Vredener Konkurrenz habe bewusst verhindert, dass Kösen diese Schuhe rechtzeitig vor seiner Hochzeit erhält. Wegen dieser Behauptungen hatte Wessels seinen Schuhmacher-Konkurrenten aus München auf Unterlassung verklagt.

„Herr Kreca schmückt sich mit fremden Federn“, sagte Wessels Anwalt Christian Hüsken im Prozess. Das wollte der Münchener Schuster allerdings nicht auf sich sitzen lassen. Er stellte sofort unmissverständlich klar, dass die Schuhe, die Sultan Kösen bei der Hochzeit getragen habe, selbstverständlich aus dem Münsterland stammten. Etwas anderes wolle er auch künftig nicht mehr behaupten. Und dass er sein eigenes Exemplar, das angeblich einen Wert von 8000 Euro hat und nun ins Museum soll, mit Leisten von Wessels angefertigt habe.

Kreca will die von ihm angefertigten Riesenschuhe nur deshalb ins Münsterland geschickt haben, weil sie dort noch mit Einlagen für Kösen versehen werden sollten. Wessels behauptet dagegen, dass Kreca sie ihm für ein neues Museum genäht und geschenkt habe. Freunde werden die beiden Schuster trotz der Einigung wohl vorerst nicht mehr. Als Kreca ihm nach Prozess-Ende die Hand geben wollte, lehnte Wessels ab: „Dir gebe ich nicht die Hand. Sonst fehlt mir nachher noch ein kleiner Finger.“

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