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Panorama Schon wieder wurde ein Geldautomat gesprengt
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18:08 08.12.2015
„Die meinen es ernst“: Reihenweise sprengen Räuber Geldautomaten - wie am Montag in Hambühren. Quelle: dpa
Twist

Es ist bereits der 13. Fall seit Juli in der Region: Gegen 3 Uhr betraten die Täter die Volksbank-Filiale in Twist im Emsland. Kurze Zeit später wurden die Bewohner, die über der Bank schliefen, durch einen lauten Knall geweckt. Nach Polizeiangaben haben sie noch beobachtet, wie zwei maskierte Männer in einen grauen Audi Coupé ohne Kennzeichen stiegen. Sie flüchteten in Richtung niederländischer Grenze.

„Es scheint eine organisierte Tätergruppe zu sein“, sagt Polizeisprecher Achim van Remmerden. Das sehe man an der immer gleichen Vorgehensweise der Räuber bei allen Taten in der Gegend. Die Täter bringen Gasflaschen in die Vorräume der Banken und leiten mit einem Schlauch das Gas in die Geldausgabeschlitze, bis es zur Explosion kommt. Anschließend nehmen die Räuber die Geldkassetten heraus. Laut Polizei dauert der Vorgang nur wenige Minuten.

"Die Täter meinen es ernst"

Begonnen hat die Serie im Westen des Landes vermutlich am 2. Juli. Damals sprengten Unbekannte einen Geldautomaten in einer Bankfiliale in Bad Bentheim. Nur 14 Tage später kam es im selben Ort zu einem ähnlichen Vorfall. Am 4. August schlug ein Anschlag in Laar (Grafschaft Bentheim) fehl: Beim Einleiten des Gases ging die Alarmanlage an, die Täter flüchteten ohne Beute. Von da an gab es jeden Monat zwei bis drei Vorfälle in verschiedenen Orten im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Sie verliefen immer nach dem gleichen Muster. Und fast immer führte der Fluchtweg in die Niederlande. Das spreche nach Polizeiangaben dafür, dass es sich um Serientäter handle.

LKA-Sprecherin Stephanie Weiß vermutet viel kriminelle Energie bei der Gruppe: „Die Täter meinen es ernst, schließlich ist für eine solche Tat einige Vorbereitung nötig. Und auch Fachwissen.“ Außerdem müssten sie in Kauf nehmen, dass sie oder andere Menschen bei den Attacken verletzt werden. „Die Täter gehen sehr rücksichtslos vor“, sagt auch van Remmerden. Glücklicherweise gebe es bisher keine Verletzten. Der Sachschaden, den die Täter bisher angerichtet haben, ist dafür immens. Die Polizei im Emsland schätzt ihn mittlerweile auf weit über 500 000 Euro.

Polizei ermittelt grenzübergreifend

Möglicherweise sind die Täter auch im Nachbarbundesland aktiv: „Wie stehen im engen Kontakt mit den niederländischen Kollegen und der Polizei in Nordrhein-Westfalen“, sagt van Remmerden. In Nordrhein-Westfalen gab es nach Angaben der dortigen Polizei bereits 57 Automatensprengungen. In Hennef bei Bonn ist am Dienstag ein Versuch fehl geschlagen. Der Automat hatte der Gasexplosion schwer beschädigt standgehalten. An das Bargeld sollen die Täter nicht gekommen sein. Das Foyer der Bankfiliale wurde aber erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Der Schaden wird auf eine sechsstellige Summe geschätzt. Auch hier konnten die Täter unerkannt entkommen.

Ob die Taten auch mit der Sprengung in Hambühren bei Celle Anfang der Woche zusammenhängen, ist noch unklar. „Ausschließen können wir das nicht“, sagt Thorsten Wallhaeinke von der dortigen Polizei. In der Nacht zu Montag hatten vermutlich drei Täter einen Automaten mit Gas gesprengt. Anschließend sei das Trio mit einem Audi geflüchtet. Im einem Wald bei Fuhrberg ließen sie das Auto zurück, sagte der Polizeisprecher. Hinweise zu den Täter gibt es auch hier nicht. Die Polizei arbeite noch mit Hochdruck daran, die Spuren im Audi auszuwerten.

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