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Panorama Schiffsführer kollidiert mit Brücke und stirbt
Mehr Welt Panorama Schiffsführer kollidiert mit Brücke und stirbt
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19:39 17.01.2017
Das Führerhaus war bei dem Unfall abgerissen worden. Quelle: dpa (Symbolbild)
Surwold

Weißer Himmel, weißes Ufer, weißes Wasser: Schon bei Nebel herrscht undurchdringliches Weiß auf dem Küstenkanal bei Papenburg im Emsland. Konturen sind kaum zu erkennen, die Grenzen zwischen Himmel, Erde und Wasser verschwimmen. Als sich das Binnenschiff „Emelie D.“ aus Haren an der Ems in Richtung Dörpen vortastet, ist es bereits dunkel. Keine zwei Kilometer nach Passieren einer Brücke taucht plötzlich eine weitere Brücke auf. Das Schiff kann nicht mehr stoppen und rammt das Bauwerk. Das Ruderhaus reißt ab, der 60 Jahre alte Schiffsführer wird lebensgefährlich verletzt.

Beherzt greift ein Matrose ein und bringt das angeschlagene Binnenschiff noch sicher in den 2,5 Kilometer entfernten Hafen von Surwold. Nach dem Festmachen können Rettungskräfte den Schiffsführer zwar bergen und ins Papenburger Krankenhaus bringen. Doch dort erliegt der Mann aus Ganderkesee (Landkreis Oldenburg) seinen schweren Verletzungen.

Bei der Begutachtung des 85 Meter langen Binnenschiffes fällt den Beamten der Wasserschutzpolizei nichts Ungewöhnliches auf: Zur vorgeschriebenen Ausrüstung im Ruderhaus gehören Echolot und Radargerät. „Darauf sind Brücken auch bei Nebel zu erkennen“, sagt Polizeisprecher Achim van Remmerden.

Gespräche zu Friesenbrücke

Haben dann technische oder menschliche Fehler zu dem Unfall geführt? Die Polizei geht inzwischen davon aus, dass der Schiffsführer zwischen zwei Brückenpassagen schlicht vergessen hat, das hochgefahrene Führerhaus rechtzeitig wieder abzusenken. Nähere Hinweise könnte der 28 Jahre alte Matrose geben. Doch weil er nach dem Unfall unter Schock steht, kann er zunächst nicht vernommen werden.
Die Brücke ist inzwischen wieder für den Straßenverkehr freigegeben, Untersuchungen ergaben keine Schäden an der Statik. Auch die Schifffahrt auf dem 70 Kilometer langen Küstenkanal zwischen Oldenburg und Dörpen an der Ems läuft wieder an.

Nur 30 Kilometer von dem Unfallort entfernt sorgte vor gut einem Jahr eine andere Schiffskollision für Schlagzeilen: Am 3. Dezember 2015 rammte der Frachter „Emsmoon“ die Eisenbahnbrücke im ostfriesischen Weener. Der Klappmechanismus der beweglichen Brücke wurde zerstört, das Bauwerk an der Bahnstrecke zwischen dem niederländischen Groningen und Leer ist seitdem für Züge und Radfahrer unpassierbar.
Die juristische Aufarbeitung dieses Unfalls dauert noch an, ebenso die Diskussion über einen Wiederaufbau der längsten Eisenbahn-Klappbrücke Deutschlands: Am kommenden Montag sind dazu Gespräche in Hannover geplant. Die Papenburger Meyer-Werft möchte einen Wiederaufbau mit breiterer Durchfahrt, damit neue Kreuzfahrtschiffe die Engstelle auf der Ems besser passieren können.     

Von Hans-Christian Wöste

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