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Panorama S-Bahn überrollt zwei Graffiti-Sprayer
Mehr Welt Panorama S-Bahn überrollt zwei Graffiti-Sprayer
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16:40 03.10.2016
Quelle: dpa
Berlin

In der Nacht zum Montag sind in Berlin zwei mutmaßliche Graffiti-Sprayer von einer S-Bahn erfasst und getötet worden. Die 18 und 19 Jahre alten Männer waren offenbar dabei, ein Graffiti an ein Brückengebäude nahe dem S-Bahnhof Wilhelmsruh im Bezirk Pankow zu sprayen, wie die Polizei mitteilte. Der Unfall ereignete sich kurz nach Mitternacht.

Der Zugfahrer, der die Bahn der Linie S1 steuerte, bemerkte nach Angaben der Polizei ein Rumpeln, der Zug wurde daraufhin langsamer. Personen auf den Gleisen hatte der Mann nach eigenen Aussagen nicht gesehen. Der Fahrer hielt den Wagen an und setzte einen Notruf ab.

Ermittler finden Rucksack mit Spray-Dosen

Die Polizei entdeckte dann die beiden Opfer unter dem Waggon. In der Nähe des Unfallortes nahmen die Beamten frischen Farbgeruch wahr. Unweit der Stelle fanden die Ermittler außerdem einen Rucksack mit Spray-Dosen und weiteren Graffiti-Utensilien.

Ob die beiden wegen ähnlicher Delikte zuvor schon in Erscheinung getreten sind, war noch nicht bekannt. Der Zugführer lehnte eine Betreuung nach dem Unfall ab. Der Zug mit 50 Insassen konnte erst rund zwei Stunden nach dem Unfall weiterfahren.

Weiterer Graffiti-Sprayer wird festgenommen

Wie oft sich Sprayer in Berlin Züge als Objekt ihrer Leidenschaft aussuchen, zeigte sich noch am Montag. Wenige Stunden nach dem tödlichen Unfall in Pankow stellten Beamte der Bundespolizei einen weiteren Sprayer in Friedrichshain.

Wie die Polizei mitteilte, erwischten die Beamten den Mann um 10.00 Uhr morgens auf dem Gelände des Bahnhofs an der Greifswalder Straße auf frischer Tat. Der 33-Jährige flüchtete zunächst und kletterte auf einen Kesselwagen.

Polizei lässt Wiederholungstäter wieder frei

Auf solchen Wagen besteht nach Angaben der Bundespolizei Lebensgefahr durch die unter Starkstrom stehenden Oberleitungen. Die Polizisten überzeugten den Mann schließlich, wieder runter zu klettern. Die Beamten nahmen seine Personalien auf und ließen ihn daraufhin wieder frei – es handelte sich um einen Wiederholungstäter.

Auch die waghalsigen U- und S-Bahn-Surfer provozieren manchen tödlichen Unfall auf Bahnanlagen. Erst am vorvergangenen Wochenende war auf dem Dach einer Berliner U-Bahn die Leiche eines 22-Jährigen gefunden worden.

Ein wartender Fahrgast sah den leblosen Körper, als der Zug in den Bahnhof Möckernbrücke in Berlin-Kreuzberg einfuhr. Der mutmaßliche U-Bahn-Surfer starb vermutlich, als er mit dem Kopf gegen einen Stahlträger einer Brücke geprallt war.

Von dpa/RND