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Panorama S-Bahn-Fahrer tritt als Zeuge vor Gericht
Mehr Welt Panorama S-Bahn-Fahrer tritt als Zeuge vor Gericht
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16:16 19.07.2010
Am S-Bahnhof München-Solln verprügelten zwei Jugendliche im September 2009 den Geschäftsmann Dominik Brunner. Am Dienstag sagt der S-Bahn-Fahrer vor Gericht aus. Quelle: dpa

Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Managers Dominik Brunner sollen weitere Zeugenaussagen diesen Dienstag den Tathergang klären helfen. Am Nachmittag ist vor dem Landgericht München I der S-Bahn-Fahrer als Zeuge geladen, der den Beginn der tödlichen Schlägerei mit zwei angetrunkenen Jugendlichen aus der Nähe mitbekam. Anderen Zeugen zufolge soll Brunner dem Fahrer am S-Bahnhof Solln vom Bahnsteig aus zugerufen haben: "Jetzt gibts hier hinten Ärger." Danach soll der Manager als erster zugeschlagen haben - laut Anklage, um den drohenden Angriff der Jugendlichen abzuwehren.

Dominik Brunner war am 12. September 2009 an den Folgen der Schlägerei gestorben. Er hatte sich schützend vor vier Schüler gestellt, von denen die Angeklagten Sebastian L. (18) und Markus S. (19) Geld erpressen wollten. Die beiden müssen sich seit vergangener Woche wegen Mordes verantworten. Einer der vier Schüler hat in seiner Aussage bereits das Verhalten des S-Bahn-Fahrers kritisiert. Er habe nicht auf die Schlägerei reagiert, beklagte der 16-Jährige am vergangenen Donnerstag in seiner Aussage. "Er hat alles gesehen, aber er ist einfach weitergefahren."

Neben dem S-Bahn-Fahrer sollen am Dienstag weitere Zeugen ihre Beobachtungen von der Schlägerei sowie von der vorangegangenen Auseinandersetzung in der S-Bahn schildern. Am Samstag war bekanntgeworden, dass der Manager nicht direkt an den Verletzungen, sondern an Herzversagen starb. Zudem habe er einen vergrößerten Herzmuskel gehabt. Der Rechtsmediziner Wolfgang Keil wird sein Gutachten erst zum Ende der Beweisaufnahme vorstellen, frühestens wahrscheinlich am 28. Juli.

Die Staatsanwaltschaft sieht die Tat dennoch als Mord. Das Motiv sei Rache dafür gewesen, dass sich Brunner in den Streit der Jugendlichen mit den Schülern einmischte. "Die Tritte und Schläge waren ursächlich für den Tod", unterstrich Oberstaatsanwaltin Barbara Stockinger am Montag erneut. Der Herzstillstand sei eine direkte Folge der Attacke gewesen.

dpa

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Dominik Brunner starb aus medizinischer Sicht nicht unmittelbar an den Schlägen und Tritten, die die Angeklagten Sebastian L. und Markus S. ihm versetzten, sondern an Herzstillstand. Die Staatsanwaltschaft bestätigte dies am Sonnabend – und hält dennoch an der Mordanklage gegen die beiden Heranwachsenden fest.

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