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Suppenküche im Bischofssitz?

Residenz in Limburg Suppenküche im Bischofssitz?

Die Residenz in Limburg wird dem Klerus zur Last – und der entwickelt nun ungewöhnliche Ideen, wie man das millionenteure Gebäude nun sinnvoll nutzen kann.

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„Der Geldgestank muss weg“: Ein Bischof soll nicht im Limburger Prachtbau wohnen.

Quelle: dpa

Flüchtlingswohnheime oder Suppenküchen sind meist dort zu finden, wo die Städte ihr graues Gesicht zeigen. Zu dieser Gegend zählt der Bischofssitz im hessischen Limburg gewiss nicht, schließlich hat der übermäßig prachtvolle Neubau mehr als 30 Millionen Euro und seinen Hausherrn, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, praktisch das Amt gekostet. Die umstrittene Residenz steht derzeit leer, da liegt es nahe, eine Debatte darüber zu führen, ob die katholische Kirche nicht ohne sie etwas Glaubwürdigkeit zurückerlangen kann.

Ja, meint man im Bischöflichen Ordinariat und im Klerus, und denkt nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ daran, dort ein Flüchtlingsheim, eine Anlaufstelle für Obdachlose und eine Suppenküche einzurichten. Ein Mitglied des Domkapitels formuliert es recht drastisch: „Der Geldgestank muss weg.“ Mittlerweile erinnert man sich in Limburg wieder an Tebartz-van Elsts Vorgänger, Franz Kamphaus, der in den achtziger und neunziger Jahren Enthaltsamkeit bewies, das damalige Bischofshaus einer fünfköpfigen Familie aus Eritrea überließ und ins Priesterseminar zog. Gut möglich also, dass bald syrische Flüchtlingskinder auf dem kunstvollen Brunnen im Innenhof der Residenz herumturnen.

Eine Öffnung für Obdachlose würde der Caritas entgegenkommen. „Menschen, die bei uns Zuflucht suchen, könnten in der Residenz bewirtet werden“, sagt ein Caritas-Mitarbeiter. Sollte eine Armenküche eröffnet werden, kämen dafür laut einem im Ordinariat diskutierten Vorschlag indische Nonnen in Frage, die bislang Tebartz-van Elst versorgten. Ein weiteres Szenario sieht vor, den Bischofssitz als Touristenattraktion zu nutzen. Zudem könnten die schwarze bischöfliche Privatkapelle und der 800 000 Euro teure Mariengarten für die Allgemeinheit geöffnet werden; für die warme Jahreszeit ist an ein kirchliches Park-Café gedacht. Ein touristischer Erfolg mit dem skandalumwitterten Bau ist durchaus wahrscheinlich: Schon heute fahren viele von der nahegelegenen Autobahn nach Limburg, um sich den kirchlichen Luxus anzusehen. Die Gastronomie des Ortes freut sich über steigende Umsätze.

Kaum vorstellbar hingegen sei, dass Tebartz-van Elst oder ein neuer Bischof die Residenz beziehe, heißt es im Ordinariat. „Der Bau ist so etwas wie eine Erbsünde geworden, die uns der Bischof hinterlassen hat“, sagt ein Caritas-Mitarbeiter. Für den Publizisten Peter Seewald (59) hingegen hat der Skandal auch sein Gutes. Wenn jetzt die Selbstreinigung der Kirche in Gang käme, die schon Benedikt XVI. gefordert habe, dann sei die Investition in das Limburger Bischofshaus „jeden Cent wert gewesen“, sagt der Vertraute Benedikts.

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