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Panorama Verden rätselt über Amokfahrt ins Rathaus
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16:04 10.04.2017
Attacke in Verden: Eineinhalb Stunden musste die Feuerwehr löschen. Quelle: Telenewsnetwork/TNN/dpa
Verden

Nach der Auto-Attacke auf das Verdener Rathaus ist dem Bürgermeister der niedersächsischen Kleinstadt die Tat noch völlig unverständlich. "Traurig und unvorstellbar", sagte Lutz Brockmann (SPD) mit Blick auf den Vorfall. "Verständnis für die Tat kann keiner haben." Am Sonntag war ein 47-jähriger Verdener mit seinem Auto ins Glasfoyer des neuen Rathauses gerast und hatte den Wagen dann mit Benzin in Brand gesetzt. Im Auto befand sich eine Propangasflasche, die aber nicht explodierte. Verletzt wurde niemand.

"Gott sei Dank, ist es ein Versicherungsschaden", sagte Brockmann, der sei 13 Jahren Bürgermeister der 27.000-Einwohnerstadt ist, am Montag bei einer Pressekonferenz. Die Höhe des Schadens könne er nicht benennen. "Aber er ist richtig groß."

Bis das Gebäude wieder für den Publikumsverkehr frei sei, würden Monate vergehen. Bei einem Drittel der Büros sei der Flur zerstört. Noch am Montag sollten Mieterverträge für zusätzliche Büros unterschrieben werden.

Mit Blick auf das Motiv des Täters, gegen den die Staatsanwaltschaft einen Haftantrag prüfte, sagte Brockmann, er sei ziemlich ratlos. Offenbar habe da jemand seinen ganzen Frust mit Gewalt rausgelassen. Bei dem Mann gebe es kein laufendes Antragsverfahren. Auch ein Bauantrag liege nicht vor. Allerdings habe er auch nicht gezielt nach Informationen über den mutmaßlichen Täter gesucht, betonte der Bürgermeister. "Das ist Aufgabe der Polizei." Er sei nur überaus erleichtert gewesen, dass es keinen Terrorhintergrund gegeben habe.

Der Wagen des Amokfahrers wurde am Sonntagfrüh nur von einer Treppe im Gebäudeinneren gestoppt. Nachdem er den Wagen in Brand gesetzt hatte, konnten ihn die Beamten widerstandslos festnehmen. Als Motiv vermutet die Polizei "persönliche Unzufriedenheit mit den Behörden".

Wo genau sich die elf Kilogramm schwere Gasflasche im Auto befand, war noch nicht klar. Aufgrund der Hitze war das Gas über ein Sicherheitsventil kontrolliert entwichen. "Das kann man sich wie eine Gasbrennerflamme vorstellen", betonte ein Polizeisprecher.

In dem "neuen" Teil des Rathauses sind unter anderem die Fachbereiche für Sicherheit und Ordnung mit dem Bürgerbüro, die Stadtplanung mit der Bauaufsicht und der Eigenbetrieb zur Abwasserentsorgung untergebracht. Das rund 300 Jahre alte, direkt gegenüber liegende historische Rathaus wurde bei der Attacke nicht beschädigt. "Ich bin sehr froh, dass nicht mehr passiert ist, aber sehr traurig, dass so viel passiert ist", betonte der Bürgermeister. Der Sprecher des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes, Thorsten Bullerdiek, sagte der dpa, dass sich vor solchen Amokläufern letztlich niemand schützen könne. "Wenn wir es dennoch tun, bekommen wir einen Staat in dem niemand leben mag. Daher hilft es nur, ruhig und besonnen zu handeln", so Bullerdiek.

dpa

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