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Panorama Psychotherapeut gesteht Massenrausch
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14:35 02.11.2017
Der Psychotherapeut muss sich vor Gericht verantworten, weil er den Massenrausch ausgelöst haben soll. Quelle: dpa
Stade

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen: Nach einem Therapeuten-Seminar im niedersächsischen Handeloh mussten viele Teilnehmer in Krankenhäuser gebracht werden, weil sie nach dem Konsum von Drogen über Krämpfe, Wahnvorstellungen und Herzrasen klagten. Nun steht der Psychotherapeut, der die Drogen im September 2015 verteilt hatte, in Stade vor Gericht.

Der Prozessauftakt begann am Donnerstag mit einem Geständnis. „Ich bestätige, dass die Anklagevorwürfe zu Recht erhoben wurden“, sagte der 52-Jährige vor dem Landgericht. Er habe den 27 Teilnehmern Kapseln mit dem Halluzinogen 2C-E angeboten, in denen ohne sein Wissen auch die psychoaktive Substanz DragonFly enthalten gewesen sei. Er sprach von einem „Unfall“ und entschuldigte sich bei den Betroffenen. Es habe sich um eine „freiwillige, selbstverantwortliche Einnahme gehandelt.“

Krämpfe, Wahnvorstellungen, Herzrasen: Bei einem Heilpraktiker-Seminar verabreichte ein Psychotherapeut den Teilnehmern Drogen – mit weitreichenden Folgen.

Über 160 Rettungskräfte waren am 4. September 2015 wegen des Vorfalls im niedersächsischen Handeloh im Einsatz. Die 27 Teilnehmer des Seminars und die beiden Organisatoren - der Angeklagte und seine Ehefrau - wurden etwa mit Krämpfen, Wahnvorstellungen und Herzrasen in Krankenhäuser gebracht. Schnell stellte sich heraus, dass es um ein Drogenexperiment ging.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Diplom-Psychologen und Psychotherapeuten das Überlassen von Betäubungsmitteln zum unmittelbaren Verbrauch und Drogenbesitz vor. Das Verfahren gegen die Ehefrau des Angeklagten wurde bereits gegen eine Geldbuße eingestellt.

Der Angeklagte spricht bei dem Massenrausch von einem „Unfall“. Quelle: dpa

Laut Anklage sollte im Rahmen einer äußerst umstrittenen Therapieform, der sogenannten Psycholyse, eine Bewusstseinserweiterung erreicht werden. Das bestritt der Angeklagte, auch wenn er die Therapieform begrüße. Dafür sei 2C-E in der verabreichten Dosis unbrauchbar. Er selbst und seine Frau hätten die Substanz unwissentlich eingenommen, wohl beim Trinken, sagte er.

Es sei kein Treffen von Heilpraktikern gewesen, sagte der Angeklagte weiter. Vom Arzt bis zum Friseur, vom Psychologen bis zum Erzieher seien ganz unterschiedliche Teilnehmer dabei gewesen.

Von RND/dpa

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