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Panorama Polizist feuert durch Tür – Mieter wird verurteilt
Mehr Welt Panorama Polizist feuert durch Tür – Mieter wird verurteilt
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21:30 01.11.2017
„Ganz blöd gelaufen“: Fünf Einschusslöcher in der Wohnungstür. Quelle: Carmen Jaspersen
Bremen

Nach lebensgefährlichen Schüssen eines Polizisten durch eine Wohnungstür ist am Mittwoch nicht der Beamte, sondern der Wohnungsmieter für die Folgen des Waffengebrauchs verurteilt worden: Das Amtsgericht Bremen verhängte eine 14-monatige Bewährungsstrafe gegen den angehenden Informatiker, weil er den Waffeneinsatz provoziert hatte. Als Bewährungsauflage muss der 33-Jährige dem Beamten 1000 Euro Schmerzensgeld für den Schock zahlen, den er bei dem Einsatz erlitten habe.

Wie berichtet, hatten drei junge Männer eine Geburtstagsparty in der Wohnung des 33-Jährigen gestört. Sie wurden von den Feiernden vertrieben, wobei eine blutige Prügelei entstand. Bald darauf versuchte wieder jemand, in die Wohnung einzudringen. Der Mieter dachte, die Störer seien zurückgekehrt, und feuerte durch einen Türspalt mit einer Schreckschusspistole ins Treppenhaus. Dort standen aber Polizisten, die inzwischen von den Feiernden alarmiert worden waren. Ein Beamter hielt den Schreckschuss für echt und feuerte sofort fünfmal durch die Tür zurück; dabei verletzte er das zufällig dahinterstehende 17-jährige Geburtstagskind lebensgefährlich.

Ermittlungen eingestellt

Ein Ermittlungsverfahren gegen den Polizisten wurde bald eingestellt, weil er sich subjektiv in einer Notwehrlage befunden habe. Der Mieter wurde dagegen angeklagt und jetzt auch verurteilt: wegen gefährlicher Körperverletzung beim Polizisten und wegen fahrlässiger Körperverletzung bei der 17-Jährigen. Denn nach Ansicht des Einzelrichters hätte er vorhersehen können, dass auf seinen Schreckschuss „irgendwie reagiert wird“ und dadurch auch andere Personen verletzt werden könnten.

„Eine Wildwestgeschichte“

Laut Urteil konnte sich der Angeklagte zwar ähnlich wie der Polizist auf „Putativnotwehr“ berufen, weil er sich durch die vermeintlich zurückgekehrten Störer bedroht wähnte; aber er hätte mildere Mittel einsetzen müssen. Dass er gleich abgedrückt habe, sei „ein bisschen eine Wildwestgeschichte“. Anders als der Polizist habe der Mieter keine Lebensgefahr empfunden.

Der Staatsanwalt hatte eine 16-monatige Bewährungsstrafe und 1500 Euro Schmerzensgeld gefordert, während die Verteidigung auf Freispruch plädiert hatte und jetzt prüfen will, ob sie Rechtsmittel einlegt. „Er wusste sich nicht anders zu helfen“, begründete der Anwalt das Verhalten des Mieters. Dass sein Schreckschuss auf die vermeintlichen Störer sofort mit scharfen Schüssen beantwortet würde, habe er auf keinen Fall vorhersehen können. Die Polizeischüsse durch die Tür seien „überhaupt nicht notwendig“ gewesen, meinte der Verteidiger, denn der Beamte hätte zunächst in Deckung gehen können.

Der Angeklagte reagierte auf die Urteilsbegründung mit Kopfschütteln. Immerhin hielt der Richter ihm zugute, dass es sich hier um eine „Verkettung unglücklicher Umstände“ gehandelt habe. „Das ist alles ganz blöd gelaufen.“

Von Eckhardt Stengel

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