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Panorama Land schmiedet Allianz gegen Einbrecher
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00:15 03.11.2016
Quelle: dpa (Symbolbild)
Aachen

Im Kampf gegen international agierende Einbrecherbanden arbeitet Niedersachsen künftig enger mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Belgien und den Niederlanden zusammen. Vorgesehen sind unter anderem ein schnellerer Informationsaustausch, gemeinsame Ermittlergruppen, abgestimmte Kontrollmaßnahmen und der Einsatz von Computerprogrammen, die helfen sollen, Einbrüche vorherzusagen. Eine entsprechende Erklärung hat Innenminister Boris Pistorius (SPD) mit seinen Amtskollegen gestern in Aachen unterzeichnet.

So sollen international die Meldewege vereinheitlicht und die direkten Absprachen zwischen den Dienststellen ermöglicht werden, sagte eine Sprecherin des niedersächsischen Innenministeriums. Zudem werde darüber gesprochen, die Grenzen für Ermittler durchlässiger zu machen – damit würde es beispielsweise möglich, dass Polizisten aus Niedersachsen Verdächtige auch in den Niederlanden verfolgen. Viele Details müssten aber noch festgezurrt werden. Bereits gestern startete in Osnabrück ein von der EU gefördertes Projekt, bei dem sich eine 19-köpfige Ermittlergruppe schwerpunktmäßig im Raum Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und den Niederlanden um mobile Banden kümmert.

„Wir müssen Einbrechern das Leben so schwer wie möglich machen“, sagte Pistorius in Aachen. Deshalb werde man neue Wege gehen, auch bei der Anwendung von technischen Innovationen wie dem „Predictive Policing“ – damit werden Projekte bezeichnet, bei denen Computerprogramme errechnen, in welcher Gegend in Kürze wieder mit Einbrüchen zu rechnen ist. In Hannover hat es bereits 2015 Vorbereitungen für ein solches Projekt gegeben, das dann allerdings auf Eis gelegt worden war.
Der seit Jahren kontinuierliche Anstieg der Einbruchzahlen in Deutschland gehe auf international agierende Banden zurück, die vor allem aus Südosteuropa kämen, sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). „Was wir uns vorgenommen haben, ist die richtige Antwort auf die besorgniserregende Entwicklung, die wir in Deutschland haben.“ Bundesweit verzeichnete die Polizei im vergangenen Jahr 167 000 Einbrüche, 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Nur 15 Prozent wurden aufgeklärt. In Niedersachsen kletterte die Zahl der Einbrüche 2016 auf ein Rekordhoch von 16 575. In 22 Prozent der Fälle konnte die Polizei die Täter ausfindig machen.

Die Banden sind meistens professionell organisiert und spähen Wohngebiete und Siedlungen systematisch aus. Wie ist die Tür gesichert? Ist jemand zu Hause? Lassen teure Autos auf Wohlstand der Bewohner schließen? Gibt es Kameras? Liegt das Haus verkehrsgünstig für eine schnelle Flucht? Das seien typische Fragen, die sich die Bandenmitglieder vor ihrem Beutezug stellten, sagt Stefanie Weiß, Sprecherin des Landeskriminalamts (LKA). „Die Einbrecher möchten den geringsten Widerstand haben und keine Anwohner im Haus antreffen“, sagt Weiß. Auch Wohnungen in Mehrfamilienhäusern seien häufig betroffen. Die Polizei biete Beratungen an, wie man sich besser schützen könne.

Dietmar Schilff, Chef der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Niedersachsen, lobte die Aachener Erklärung und die Bereitschaft der Politik, stärker zusammenzuarbeiten. Er forderte aber auch, daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen: „Dafür brauchen wir mehr Personal“, sagte er der HAZ.

dpa

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