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Panorama Polizei sucht nach weiteren Opfern von Martin N.
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15:32 18.04.2011
Reges Medieninteresse bei der Pressekonferenz der SOKO Dennis in Verden. Quelle: dpa

Die Morde an dem neunjährigen Dennis und zwei anderer Jungen gelten nach den Geständnissen eines Pädagogen als gelöst. Doch die Ermittlungen der Polizei sind noch lange nicht beendet. Möglicherweise gehen noch weitere Verbrechen auf das Konto von Martin N. Zurzeit erstellen die Fahnder ein Bewegungsprofil des aus Bremen stammenden Verdächtigen. Ein DNA-Abgleich zu zwei ungeklärten Mordfällen in Frankreich und den Niederlanden brachte allerdings kein Ergebnis.

Der in Hamburg lebende 40-Jährige hatte gestanden, zwischen 1992 und 2001 drei kleine Jungen in Norddeutschland umgebracht zu haben. Außerdem soll der als „Maskenmann“ bekannte Täter mindestens 40 Kinder sexuell missbraucht haben. Mit dem Bewegungsprofil will die Sonderkommission herausfinden, ob er für weitere Taten infrage kommen könnte. „Wo hat er sich seit Anfang der 90er Jahre aufgehalten und welchen Kontakt hatte er zu Kindern?“, erläuterte Polizeisprecherin Anke Rieken in Verden das Vorgehen.

DNA-Test verlief negativ

Bislang waren die Ermittler davon ausgegangen, dass derselbe Täter für die drei Morde in Norddeutschland und die gewaltsamen Tode von zwei Elfjährigen in den Niederlanden und Westfrankreich verantwortlich ist. Das Vorgehen ähnelte sich bei allen Taten. Ein DNA-Test sei aber negativ verlaufen, sagte Rieken. Doch das entlaste
den Mann nicht automatisch. Auch bei den drei von ihm gestandenen Verbrechen hätten die DNA-Spuren nichts ergeben. Er selbst bestreitet die beiden Morde aus den Jahren 1998 und 2004.

Nach einem Bericht des „Hamburger Abendblatts“ ermittelt die Soko „Dennis“ auch in einer betreuten Wohneinrichtung in Hamburg. Der jahrelang in der Jugendarbeit tätige Pädagoge soll dort von 2000 bis 2008 gearbeitet haben. Die Beziehungen zu seinen Schützlingen seien sehr eng gewesen: Die Jugendlichen sollen unter anderem in seiner Wohnung übernachtet und ihn in den Urlaub begleitet haben. Die Hamburger Polizei wollte sich dazu nicht äußern.

Der Mann war den Behörden bereits als Sexualstraftäter bekannt. Er soll der Hamburger Staatsanwaltschaft zufolge 2005 und 2006 zwei Jungen am Bauch gestreichelt haben. Am Wochenende hatten die Ermittler Verwandte und nahe Bekannte des Verdächtigen befragt. Außerdem gingen nach wie vor zahlreiche Hinweise ein, sagte Rieken.

Nach einem „Spiegel“-Bericht hatten frühere Nachbarn des Pädagogen angegeben, dass er Ende der 90er Jahre mehrmals Pflegekinder in seiner Wohnung aufgenommen hatte. Sowohl die Bremer Sozialbehörde als auch die Verdener Ermittler wollten dazu keine Angaben machen. „Wir prüfen das“, sagte Rieken.

Seit dem Mord an Dennis aus Osterholz-Scharmbeck im September 2001 ist die Verdener Soko dem Serientäter auf der Spur. 2007 hatte sie mehr als 1000 aktenkundige Sexualstraftäter aus Norddeutschland befragt, darunter war auch der Mann. Damals fiel er aber nicht auf. Die Aussage eines früheren Missbrauchsopfers brachte schließlich den entscheidenden Hinweis.

Seit Donnerstagabend sitzt der Verdächtige in Niedersachsen in Untersuchungshaft. Ihm wurde nach Angaben eines Sprechers der Stader Staatsanwaltschaft ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt. Die Behörde will in den nächsten drei bis vier Monaten Anklage gegen den 40-Jährigen erheben.

dpa

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