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Panorama Polizei: Komplize des Göhrde-Mörders läuft frei herum
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22:10 28.12.2017
Ist der Gärtner für einen weiteren Mord verantwortlich? Quelle: dpa/Montage
Lüneburg

Fast 30 Jahre nach einer erst jetzt weitgehend aufgeklärten Mordserie in der niedersächsischen Göhrde sind die Ermittler einem zweiten Täter auf der Spur. Polizei und Staatsanwaltschaft in Lüneburg bestätigten am Donnerstag, dass der 1993 verstorbene Friedhofsgärtner Kurt-Werner W., der im Sommer 1989 mindestens drei Frauen und zwei Männer getötet haben soll, mutmaßlich einen Komplizen aus der Region hatte. „Er läuft vermutlich noch frei herum“, sagte Polizeisprecher Mathias Fossenberger der HAZ. „Wir gehen aber nicht davon aus, dass er noch gefährlich ist.“ Nach von der Polizei unbestätigten Informationen der HAZ könnte es sich um den zehn Jahre jüngeren Bruder von Kurt-Werner W. handeln.

Einen Zusammenhang mit dem gewaltsamen Tod einer Kauffrau in Hannover im Jahr 2015, der öfter mit den Göhrde-Morden in Verbindung gebracht wurde, sehen die Ermittler nicht. „Diese Spur ist ins Leere gelaufen“, meinte der Sprecher. 

Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen dagegen übereinstimmend an, dass der posthum überführte Mörder auch in anderen Regionen zugeschlagen haben könnte. Die Polizeidirektion Lüneburg will deshalb eine Clearingstelle einrichten, über die Polizeidienststellen bundesweit einen Zusammenhang anderer Fälle mit den Göhrde-Morden prüfen lassen können. Die Fahnder erstellen ein Profil, wo der Friedhofsgärtner sich überall aufgehalten hat. „Es gibt Informationen zu Aufenthaltsorten auch weiter weg,“ sagte Fossenberger. Längere Zeit lebte W. etwa im Raum Karlsruhe.

Dafür, dass der zur Zeit der Mordserie bei Lüneburg 40-Jährige nicht allein handelte, spricht nach Ansicht der Polizei unter anderem, dass er mit dem eigenen Auto in das Waldgebiet Göhrde im Kreis Lüchow-Dannenberg gefahren sei und es nach dem ersten Doppelmord mit dem Auto der Opfer verlassen habe. Der Mittäter könnte Chauffeurs-  und andere Hilfsdienste geleistet haben. Schon aus Altersgründen sei er inzwischen vermutlich nicht mehr gefährlich.

Die Motive des Serientäters, der sich 1993 das Leben nahm, sind bislang offen geblieben. Gutachter zeichneten das Bild eines gefühlskalten und psychisch gestörten Menschen, der brutal und aggressiv vorging. In der Göhrde tötete er seine vier Opfer mit Schüssen, Schlägen und durch Strangulieren. Er beobachtete die Paare beim Picknick, bei Zärtlichkeiten oder beim Sonnenbaden und handelte möglicherweise aus sexuellen Motiven. 

Dass die Ermittlungen noch zu einem Erfolg führten, ist entscheidend dem Bruder der jahrzehntelang vermissten Unternehmerfrau Birgit M. zu verdanken, dem ehemaligen Chef des Hamburger Landeskriminalamts. Nachdem die Polizei ihre Ermittlungen nicht fortsetzen wollte, ermittelte er privat mit Hilfe von Experten weiter. Mit Erlaubnis der Eigentümer untersuchte er schließlich im September das Haus am Stadtrand von Lüneburg, in dem der Gärtner gewohnt hatte. Dort entdeckte er einbetoniert in der Garage die Knochenreste seiner Schwester.  

Von Gabriele Schulte

Dem Bruder eines Opfers ist es mit zu verdanken, dass eine Mordserie im Nordosten Niedersachsens nach 28 Jahren endlich weitgehend aufgeklärt wurde. Jetzt ist klar: Ein Friedhofsgärtner soll der gesuchte Mehrfachmörder sein.

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