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Panorama Fällt an Gymnasien erneut viel Unterricht aus?
Mehr Welt Panorama Fällt an Gymnasien erneut viel Unterricht aus?
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00:17 22.12.2017
Heidgret Bleck arbeitet eigentlich als Gymnasiallehrerin an der Goetheschule in Hannover. Jetzt unterrichtet sie auch Mathematik in der 4. Klasse an der Grundschule Fuhsestraße.  Quelle: Villegas
Hannover

 Der Philologenverband kritisiert scharf, dass auch im zweiten Schulhalbjahr viele Gymnasiallehrer an Grundschulen aushelfen müssen. Durch die erneuten Abordnungen werde die Unterrichtsversorgung ab Anfang Februar dramatisch abrutschen, warnte der Verbandsvorsitzende Horst Audritz. Er rechnet mit 95 Prozent oder weniger. Dies stehe völlig der Ankündigung von Kultusminister Grant Hendrik Tonne entgegen, ab Sommer 2018 eine Unterrichtsversorgung von 100 Prozent erreichen zu wollen.

Leiter von Gymnasien seien jetzt schon angewiesen worden, auch ab dem nächsten Sommer Pädagogen abzugeben. Nicht immer werden sie direkt an Grundschulen geschickt, manchmal gibt es auch einen sogenannten Ringtausch: Gymnasiallehrer gehen an die Oberschule, von dort wechseln Pädagogen an die Grundschule. Der berechtigte Anspruch der Gymnasialschüler auf vollständigen Unterricht werde bei den massenhaften Abordnungen von der Landesregierung einfach außer Acht gelassen, mahnte Audritz. An den Gymnasien werde es wieder zu erheblichem Unterrichtsausfall kommen. „Die Gymnasien können das Lehrerloch nicht alleine stopfen“, sagte er, „man muss auch über andere Maßnahmen nachdenken, etwa über die Aussetzung der Verlässlichkeit für sechs Monate.“ 

Einstellung hat Vorrang vor Abordnung

Kultusminister Tonne erklärte, die Regierung arbeite mit Hochdruck am Ziel von 100 Prozent Unterrichtsversorgung, um Abordnungen von Gymnasien an Grundschulen überflüssig zu machen. Einstellungen hätten Vorrang, zum 1. Februar seien 1200 Stellen ausgeschrieben: „Je mehr Stellen wir besetzen können, desto weniger Abordnungen sind nötig.“ Aber auch im 2. Halbjahr gebe es zu wenig Lehrer für Haupt-, Real- und Grundschulen auf dem Markt.

Tonne will aber 200 Gymnasiallehrer zusätzlich einstellen, die dann  befristet – nicht länger als zwei Jahre – an Grundschulen eingesetzt werden sollen. Dort werden sie zwar wie Gymnasiallehrer nach A13 bezahlt, müssen aber nicht 23,5 Stunden pro Woche wie an Gymnasien, sondern 28 Stunden wie alle Pädagogen an Grundschulen unterrichten. Wer mit weniger als 50 Prozent seiner Stundenzahl an eine Schule abgeordnet wird, arbeitet zu den Konditionen der abgebenden Schule, ansonsten nach den Bedingungen der aufnehmenden Schule. 

Wie viele Abordnungen tatsächlich nötig seien, könne  man wegen des noch laufenden Einstellungsverfahrens nicht sagen. Klar sei aber, dass die Schulen frühzeitig informiert werden müssten. Das Verfahren müsse verlässlich und transparent sein, sagte Tonne, das habe er auch der Landesschulbehörde deutlich gemacht.

Verlässliche Grundschule einfach mal aussetzen?

Seit mehr als 15 Jahren gilt in Niedersachsen die Verlässliche Grundschule, das heißt, Eltern können sich darauf verlassen, dass ihre Kinder täglich fünf Stunden in der Schule betreut werden, meist von 8 bis 13 Uhr. Weil an den Grundschulen aber Lehrer fehlen, um dies sicher zu stelle, müssen andere Schulformen vorübergehend ihre Lehrer abgeben.

Audritz regt jetzt an, die gesetzlich verbürgte Verlässlichkeit für ein halbes Jahr auszusetzen. Bei Grundschuleltern dürfte es zu einem Sturm der Entrüstung führen, wenn plötzlich Zweit- oder Drittklässler schon um 10 Uhr wieder zuhause sind, weil Unterricht ausfällt. 

Besonders skandalös sei es, dass die abgeordneten Gymnasiallehrer gar nicht benötigt würden, um an den Grundschulen den Pflichtunterricht sicherzustellen, sondern als zweiter Pädagoge in einer Klasse, für Arbeitsgemeinschaften, Sport oder Beaufsichtigungen, sagte Audritz, während an den Gymnasien Pflichtunterricht gekürzt werden müsse oder jahrgangsweise gestrichen werde. 

Von Saskia Döhner

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