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Panorama Phantom macht nach 40 Jahren den Abflug
Mehr Welt Panorama Phantom macht nach 40 Jahren den Abflug
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23:04 29.06.2013
Auf dem Fliegerhorst des Jagdgeschwaders 71 "Richthofen" in Wittmund düsen vier Jagdflugzeugen vom Typ Phantom F-4F über die Zuschauer. Quelle: dpa
Witmund

Mehr als 1000 Piloten sind sie geflogen, 175 Maschinen sind in Deutschland zum Einsatz gekommen - nun geht die Ära der Phantom nach 40 Jahren zu Ende. Mit einer großen Flugshow im ostfriesischen Wittmund hat sich die Luftwaffe von den letzten Jagdflugzeugen des Typs F-4 Phantom verabschiedet. Mehr als 100 000 Besucher verfolgten laut Bundeswehr das Spektakel. 50 Friedensaktivisten protestierten vor dem Eingang des Flugplatzes gegen die Ehrung des Militärflugzeugs.

Alle neun noch verbliebenen Maschinen in Deutschland wurden nach der letzten Landung am Samstag beim Jagdgeschwader 71 „Richthofen“ außer Dienst gestellt. „Die Phantom war stets ein treuer und verlässlicher Weggefährte“, sagte der Inspekteur der Luftwaffe, Karl Müllner, mit Wehmut. Seit der Einführung in Deutschland seien etwa eine Million Flugstunden absolviert worden. Er selbst habe 2500 Flugstunden als Phantom-Pilot abgeleistet und „nie ein ernsthaftes Problem gehabt“, betonte Müllner.

Trotz des regnerischen Wetters kamen schon in den Morgenstunden viele Besucher auf das Gelände. Vor allem zahlreiche Hobbyfotografen, sogenannte Spotter, wollten einen guten Platz ergattern. Sie waren aus Ländern wie Südafrika, Japan und den USA angereist. Einer von ihnen war der 44-jährige Koch Alain Carpentier aus Belgien. Seit 15 Jahren begleitet er die Militärjets von Flugshow zu Flugshow. „Der Phantom-Abschied nach 40 Jahren ist schon etwas Besonderes“, sagte Carpentier.

1973 nahmen die ersten Maschinen dieses Typs ihren Dienst bei der Luftwaffe auf. Die Bundeswehr bezeichnete sie als das „Rückgrat der fliegenden Luftverteidigung“, vor allem in der Hochphase des Kalten Krieges. Die letzten Exemplare waren in Wittmund stationiert und wurden unter anderem in der sogenannten Alarmrotte zur Sicherung des Luftraums über Norddeutschland eingesetzt.

Höhepunkt der Flugshow war die erste Phantom, die vor 40 Jahren aus den USA nach Deutschland kam und bis zuletzt in Dienst war. Das Modell mit der Kennung „37+01“ war in aufwendiger Arbeit mit einer blau-goldenen Sonderlackierung überzogen worden.

Während des letzten Fluges saß der Kommodore des Jagdgeschwaders „Richthofen“, Gerhard Roubal, persönlich im Cockpit. „Den letzten Flug mache ich selbst. Das lasse ich mir nicht nehmen“, sagte er der dpa. Mit der Routine von 3500 Landungen und 2500 Flugstunden landete Roubal die Maschine sicher. Im Anschluss an den Tag der offenen Tür soll das bunte Flugzeug auf einem Sockel an der Hauptwache des Flugplatzes ausgestellt werden.

Nicht zu Ende geht die Zeit der Militärfliegerei in Wittmund. Schon in der kommenden Woche beginnen die Flüge mit dem Nachfolgeflugzeug vom Typ Eurofighter. Vier Maschinen wurden bereits im April in Dienst gestellt. Zum Start des Flugbetriebs sollen es 9 sein, bis zum Jahr 2018 ist die Stationierung von 20 Maschinen in Ostfriesland geplant. Zudem stellt Wittmund weiterhin die Alarmrotte für den nördlichen Luftraum. Verlieren wird das Jagdgeschwader allerdings seine Eigenständigkeit. Es soll dem Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich (Nordrhein-Westfalen) unterstellt werden.

dpa

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