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Panorama Wieder stehen Putenmäster in der Kritik
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19:36 10.06.2013
Von Karl Doeleke
Die Tierrechtsorganisation Peta hat Bilder gequälter Puten aus einem Schlachthof veröffentlicht. Quelle: Peta
Hannover

Die Haltungsbedingungen von Puten in Mastställen in Niedersachsen geraten erneut in den Blick der Öffentlichkeit. Anlass sind heimlich aufgenommene Bilder der Tierrechtsaktivisten von Peta. Sie zeigen angeblich Bilder aus Ställen von Landwirten, die für den Heidemark-Konzern aus Ahlhorn im Kreis Oldenburg mästen. Peta hat sechs Mäster wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz angezeigt.

In einer vier Minuten langen Videosequenz sind kranke und schwer verletzte Puten zu sehen. Außerdem zeigt der Film, wie die Tiere beim Abtransport misshandelt schließlich und in einem Schlachthof bei vollem Bewusstein kopfüber ins Schlachtband gehängt werden. Laut einer am Montag verbreiteten eidesstattlichen Versicherung eines Peta-Vertreters wurden die Aufnahmen zwischen Januar und Ende Mai in Mastställen in Bösel, Friesoythe (beide Kreis Cloppenburg) und in Großenkneten (Kreis Oldenburg) angefertigt. Weitere Bilder stammen demnach aus dem Putenschlachthof von Heidemark in Ahlhorn.

Bilder aus dem Schlachthof seien nicht aktuell

Heidemark weist die Anschuldigungen zurück. Die am Montag von Peta verbreiteten Aufnahmen könnten nicht geprüft werden, erklärte der Hamburger Rechtsanwalt des Unternehmens, da sie nicht vorlägen. Bei weiteren, im Nachrichtenmagazin „Spiegel“ veröffentlichten Aufnahmen könne ausgeschlossen werden, dass es sich um Heidemark-Mäster handele. Die Aufnahmen aus dem Schlachthof seien nicht mehr aktuell, „da wir inzwischen auf eine moderne CO2-Betäubung umgestellt haben, die eine schmerzfreie, schnelle Betäubung sicherstellt“.

Dennoch hat Peta wieder eine Debatte losgetreten. Agrarminister Christian Meyer reagierte prompt: Der Grüne verlangt vom Bund gesetzliche Haltungsvorgaben. Das Land setze sich daher für eine Novelle des Tierschutzgesetzes ein. „Da muss es dann auch die Option geben, Verstöße gegen den Tierschutz mit harten Sanktionen zu ahnden.“ Eine Bundesratsinitiative sei geplant, sagte Meyer der HAZ. Allerdings fehle dafür derzeit im Bundestag die Mehrheit.

Echte Durchgriffsmöglichkeiten hat der Landesminister nicht. „Solange der Bund uns keine Vorgaben macht, sind Kontrollen schwierig“, sagte Meyer, der seinen Amtsvorgängern in ähnlichen Situationen gerne Untätigkeit vorwarf. Er habe von den betroffenen Landkreisen Berichte angefordert. Auch wolle er Empfehlungen an die Kommunen verschicken, wie oft zu kontrollieren und worauf dabei zu achten sei. Geplant sei auch, beim Landesamt für Verbraucherschutz weitere Stellen für landeseigene Kontrollen zu schaffen - die allerdings stehen unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die anstehende Haushaltsklausur.

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