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Panorama Pensionskosten kommen Kirchen teuer zu stehen
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21:04 04.10.2016
Von Michael B. Berger
„Wir haben als Bistum drauflegen müssen“: Der Dom in Osnabrück. Foto: dpa Quelle: Friso Gentsch
Hannover

708 Priester und Kirchenbeamte hat das Bistum derzeit zu versorgen, aktive wie auch pensionierte Mitarbeiter. Knapp 60 Millionen Euro hat das Bistum Osnabrück aus dem Haushalt als Rückstellung für „Pensions- und Beihilfeverpflichtungen“ zur Verfügung stellen müssen - gut 11 Millionen Euro mehr als im vorangegangenen Haushaltsjahr. „Durch die niedrigen Zinsen haben wir als Bistum drauflegen müssen“, sagt Sprecher Hermann Haarmann. Das sei „ein Problem, das auch andere Kirchen und öffentliche Arbeitgeber derzeit haben“.

Auch im Bistum Hildesheim ist das Problem bekannt. Obwohl die Steuereinnahmen kräftig sprudeln, drücken die Pensionslasten. Im vergangenen Jahr habe das Bistum 126,5 Millionen Euro an Rückstellungen gebildet - eine Erhöhung um 11,6 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. „Die Notwendigkeit, die Rückstellungen zu erhöhen, war gegeben“, sagt Sprecher Volker Bauerfeld - und weist darauf hin, dass die Rückstellungen im Jahr 2015 nur geringfügig unter den Kirchensteuereinnahmen gelegen haben, die in dem Jahr 135 Millionen Euro betragen haben. Noch vor zehn Jahren habe man in Hildesheim für die Altersversorgung der Priester nur 38,9 Millionen Euro ausgeben müssen.

Bei den evangelischen Brüdern und Schwestern ist die Lage nicht anders. Auch hier musste die Landeskirche durch „einmalige Sonderzahlungen“ den Pensionskassen wieder auf die Sprünge helfen, damit sie ihre gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen erfüllen können. Habe die Landeskirche im Jahr 2009 „nur“ 77,6 Millionen Euro zugeschossen, so seien es mit dem Doppelhaushalt 2014/2015 schon 208,2 Millionen Euro gewesen, skizziert Johannes Neukirch, Sprecher der hannoverschen Landeskirche. „Allerdings sollen einmalige Sonderzahlungen künftig vermieden werden“, sagt Neukirch, der von weiteren Beitragssteigerungen für die Alterssicherung ausgeht. Derzeit werden nach Neukirchs Worten 48 Prozent pro Mitarbeiter vom Gehalt für die kirchliche Versorgungskasse abgezogen. 2006 seien es noch 40 Prozent gewesen.

Auch das Land Niedersachsen ächzt unter den Pensionslasten und hat im Jahr 2015 nach Angaben des Finanzministeriums rund 3,5 Milliarden Euro ausgegeben - ein Betrag, der auf rund 4,1 Milliarden Euro im Jahr 2025 ansteigen werde. „Das ist schon ein gehöriger Brocken“, sagt Ministeriumssprecherin Antje Tiede. Die Zahl der Versorgungsempfänger wird dann auf 105 125 angestiegen sein von derzeit etwa 93 200 Pensionären und Rentnern. Es gebe in Niedersachsen keinen Pensionsfonds oder andere Rückstellungen zur Finanzierung von Versorgungsausgaben. „Das machen wir aus dem Haushalt“, sagt Tiede. Die zwischen den Jahren 1999 und 2009 gebildete „Niedersächsische Versorgungsrücklage“ dürfte ohnehin nicht reichen - sie beträgt zurzeit nur 517 Millionen Euro.

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