Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Toleriert der Papst das Schlagen von Kindern?
Mehr Welt Panorama Toleriert der Papst das Schlagen von Kindern?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:09 06.02.2015
Bei einer Audienz betonte Franziskus, wie wichtig ein präsenter Vater bei der Kindererziehung sei. Quelle: dpa/Archiv
Rom

Papst Franziskus hatte am Mittwoch bei der wöchentlichen Generalaudienz im Vatikan gesagt, Väter müssten in den Familien stärker präsent sein. Sie müssten die eigenen Kinder „korrigieren, ohne zu erniedrigen“. Als Beispiel führte er einen Vater auf, der zu ihm gesagt habe: „Ich muss manchmal meine Kinder ein bisschen schlagen, aber nie ins Gesicht, um sie nicht zu erniedrigen.“ Franziskus kommentierte das Verhalten des Mannes mit den Worten: „Wie schön! Er weiß um den Sinn der Würde. Er muss sie bestrafen, aber tut es gerecht und geht dann weiter.“

Bei der Audienz betonte Franziskus, wie wichtig ein präsenter Vater bei der Kindererziehung sei. Ein guter Vater sei geduldig und könne vergeben. Zu viel Kontrolle bedeute, „die Kinder nicht wachsen zu lassen“.

Der Vatikan äußerte sich am Freitagvormittag zunächst nicht zu der kontroversen Aussage. Eine Sprecherin der Deutschen Bischofskonferenz erklärte: „Wir kommentieren den Papst nicht.“

Familienministerium irritiert

Das Bundesfamilienministerium hat irritiert auf Äußerungen von Papst Franziskus zu Gewalt in der Kindererziehung reagiert. Eine Ministeriumssprecherin unterstrich am Freitag in Berlin, es gebe kein „würdevolles Schlagen“. Jegliche Gewalt gegen Kinder sei vollkommen inakzeptabel. Kinder hätten in Deutschland laut Gesetz ein Recht auf gewaltfreie Erziehung.

Kinderhilfe kritisiert Papst

Die Deutsche Kinderhilfe kritisiert Papst Franziskus für dessen Äußerung, dass das Schlagen von Kindern eine sinnvolle Erziehungsmaßnahme sein könne, wenn es die Würde der Betroffenen nicht verletze. Franziskus mache sich mitschuldig, wenn auch nur einem einzigen Kind unter Verweis auf seine Aussage Schmerzen zugefügt würden, sagte Rainer Becker, Vorstandvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe, am Freitag in Berlin: „Es gibt kein würdevolles Schlagen eines anderen Menschen.“

Becker sagte, in Deutschland sei jegliche physische und auch psychische Gewalt gegen Kinder verboten. „Dies gilt für Eltern genauso wie für katholische Geistliche“, sagte der Kinderhilfe-Vorstandschef. Er appellierte an das Kirchenoberhaupt, seine Aussage schnellstmöglich zu korrigieren. Das Verbot körperlicher und seelischer Gewalt gegen Kinder, auch zu Erziehungszwecken, gilt in der Bundesrepublik seit dem Jahr 2000.

dpa/epd

Die Grippewelle in Niedersachsen hat nach Einschätzung des Landesgesundheitsamtes begonnen. Die aktuellen Daten deuten demnach darauf hin, dass sie stärker ausfallen könnte als in der vergleichsweise schwachen Saison 2013/2014. Bei der Auswertung von Proben aus Arztpraxen seien 21 Prozent positiv auf Influenza-Viren getestet worden.

06.02.2015
Panorama Raser nutzt Heißhunger als Ausrede - Mit 186 km/h zum Cheeseburger gerast

Angeblich war es Heißhunger auf einen Cheeseburger: Ein Autofahrer ist in Melbourne in Australien mit 186 Kilometern in der Stunde an einer Polizeikontrolle vorbeigerast. Erlaubt war auf der Autobahn an der Stelle Tempo 100.

06.02.2015
Panorama 100 Millionen für fünf Landkreise - Südniedersachsen beklagen geringe Förderung

Aus wenig viel machen, das plant die rot-grüne Landesregierung mit ihrem „Südniedersachsenplan“. 100 Millionen Euro will die Landesregierung in den fünf Landkreisen über sieben Jahre verteilen. Weil das Geld aus der EU-Förderung immer noch nicht fließt, nehmen die privaten Förderer das Schicksal selbst in die Hand.

Michael B. Berger 08.02.2015