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Panorama Öl-Abdichtung im Golf von Mexiko hält weiter
Mehr Welt Panorama Öl-Abdichtung im Golf von Mexiko hält weiter
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17:46 17.07.2010
Die Öl-Abdichtung im Golf von Mexiko hält weiter. Quelle: dpa

Das provisorisch gestopfte Bohrloch im Golf von Mexiko lässt BP hoffen. Es gebe weiterhin „keine Hinweise“, dass durch den tonnenschweren Auffangzylinder auf der Quelle das Öl an anderer Stelle zum Vorschein komme, sagte BP-Manager Kent Wells am Samstag. „Das ist sehr gut.“

„Zum jetzigen Zeitpunkt fühlen wir uns ermutigt“, sagte er. Wells ließ allerdings offen, ob der am Donnerstagabend MESZ begonnene Belastungstest wie ursprünglich geplant nach 48 Stunden - am Samstagabend MESZ - beendet wird. „Je länger der Test läuft, desto mehr Vertrauen haben wir.“ Er sei sicher, dass nach Ablauf der zunächst vorgesehenen Dauer des Probelaufs „die richtige Entscheidung getroffen wird“.

Offen ist demnach auch nach wie vor, ob das Loch dauerhaft mit dem Zylinder verschlossen wird oder man die Quelle wieder öffnet und das Öl erneut auffängt und ableitet. „Wir haben die Option, es zu schließen, aber noch keine Entscheidung darüber“, sagte Wells.

Seit die meterhohe Vorrichtung am Donnerstag probeweise verschlossen wurde, ist es das erste Mal seit rund drei Monaten, dass kein Öl mehr aus dem außer Kontrolle geraten Bohrloch schießt. BP und die US-Regierung wollen nach ursprünglicher Planung 48 Stunden lang testen, ob das vier Kilometer lange Steigrohr im Meeresboden dem Druck standhält oder das Öl plötzlich an anderer Stelle austritt.

Ingenieure prüfen während der provisorischen Abdichtung alle sechs Stunden den Druck in dem Bohrloch. Steigende Werte bedeuten, dass die Abdichtung funktioniert. BP-Manager Wells räumte am Samstag ein, dass der Druck nicht so stark sei wie von den Experten erhofft. Grund könne sein, dass bereits seit Monaten Öl aus der Quelle ströme und dadurch in dem sich leerenden Reservoir der Druck generell sinke.

Nach BP-Angaben zahlte der Konzern bislang an mehr als 32.000 Geschädigte der Ölkatastrophe 201 Millionen Dollar (156 Millionen Euro) Entschädigung. Größte Gruppe seien Fischer und Garnelenfänger. Insgesamt seien 114.000 Anträge eingereicht worden. Bei mehr als 61 000 hätten jedoch die Angaben nicht ausgereicht.

Der taiwanesische Supertanker „A Whale“ („Ein Wal“) wird sich nicht am Kampf gegen die schlimmste Ölpest der US-Geschichte beteiligen. Nach eingehender Prüfung durch Experten und die US- Küstenwache seien die Behörden zu dem Schluss gekommen, dass das 340 Meter lange Schiff für den Einsatz „nicht ideal ausgestattet ist“, teilte die Einsatzleitung mit.

Die Menge des während eines Probelaufs gesammelten Öls sei „vernachlässigenswert“ gewesen. Von dem Supertanker hatte es geheißen, er könne durch zwölf am Bug befindliche Öffnungen fast 80 Millionen Liter Meerwasser täglich einsaugen, die dann im Bauch des Riesen gesäubert werden sollten. Tests waren aber enttäuschend verlaufen, weil das Öl-Wasser-Gemisch nicht dickflüssig genug war.

dpa

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