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Panorama Kassenpatienten fühlen sich benachteiligt
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17:37 02.02.2015
Die Mehrheit der Norddeutschen ist der Meinung, dass Kassenpatienten gegenüber Privatversicherten Nachteile in der Gesundheitsversorgung haben. Quelle: dpa
Hamburg

62 Prozent der Norddeutschen sind nach einer repräsentativen Umfrage der Ansicht, dass Kassenpatienten schlechter behandelt werden als Privatversicherte. 34 Prozent widersprachen der Aussage, gesetzlich Versicherte seien „Patienten zweiter Klasse“, wie eine am Montag veröffentlichte Studie von Infratest dimap im Auftrag des NDR Fernsehens ergab. Eine Benachteiligung für Kassenpatienten sahen vor allem die Befragten in den Flächenländern Mecklenburg-Vorpommern (67 Prozent), Niedersachsen (64) und Schleswig-Holstein (63). In den Stadtstaaten Hamburg (50) und Bremen (57) ist diese Meinung nicht so verbreitet.

75 Prozent der Befragten in den fünf norddeutschen Ländern gaben ferner an, ärztliche Entscheidungen würden heutzutage zu sehr von finanziellen Aspekten beeinflusst. Nur eine Minderheit von 46 Prozent ist davon überzeugt, dass die Mittel im deutschen Gesundheitssystem effizient eingesetzt werden.

Grundsätzlich ist aber die große Mehrheit der Norddeutschen mit dem Gesundheitssystem zufrieden. 72 Prozent stimmten in der Umfrage der Aussage zu, es gebe eine hochwertige Versorgung für Patienten, die Bedarf haben. Allerdings glauben nur 21 Prozent der Befragten, dass sich die Leistungen für die Patienten in den nächsten zehn bis 20 Jahren verbessern werden. 41 rechnen mit einer Verschlechterung, 36 Prozent erwarten gleichbleibende Leistungen.

„Die Gefühlslage, die in der Befragung zum Ausdruck kommt, nehmen wir ernst“, sagte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) dem Sender NDR Info. Sein Ministerium arbeite an schnelleren Facharztterminen für gesetzlich Versicherte. Für die Studie wurden 1010 Menschen ab 14 Jahren in Hamburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein zwischen dem 5. November und 3. Dezember 2014 befragt.

Privatversichertenanteil liegt bundesweit bei 11%

Der Anteil der Privatversicherten liegt bundesweit bei rund elf Prozent, wie eine Sprecherin des Verbandes der Privaten Krankenversicherung sagte. Fast alle anderen Menschen in Deutschland sind Mitglieder der gesetzlichen Kassen. In Hamburg sind allerdings laut einer Studie der Techniker Krankenkasse mit knapp 15 Prozent überdurchschnittlich viele privat versichert.

Die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein widersprach dem Eindruck, Privatpatienten würden bevorzugt. „Die niedergelassenen Ärzte in Schleswig-Holstein treffen ihre Entscheidungen nicht nach dem Geldbeutel des Versicherten oder anderen finanziellen Aspekten, sondern immer nach medizinischen Gesichtspunkten“, betonte die Vorsitzende der Vereinigung, Monika Schliffke.

dpa

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