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Panorama Nobelpreisträger bricht weiter Grenzen
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22:38 22.12.2016
„Das ist die ultimative Grenze“: Stefan Hell, Nobelpreisträger. Foto: MPI Quelle: Fotografin: Irene Böttcher-Gaje
Göttingen

Zwei Jahre nach seiner Auszeichnung mit dem Nobelpreis ist dem Göttinger Physiker Professor Stefan Hell mit seinem Forscherteam erneut ein wichtiger Durchbruch gelungen. Die Wissenschaftler vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen haben in komplizierter Tüftelarbeit etwas geschafft, was lange Zeit als unmöglich galt: Sie entwickelten ein neuartiges Fluoreszenzmikroskop, das 100-mal schärfer ist als herkömmliche Lichtmikroskopie und Auflösungen von einem Nanometer (ein Millionstel Millimeter) ermöglicht. Damit lassen sich erstmals dicht gepackte Moleküle einzeln wahrnehmen. „Vor 20 Jahren wäre das noch völlig undenkbar gewesen“, sagt Hell, der seit 1997 am Göttinger Max-Planck-Institut arbeitet.

Das neue Verfahren nennt sich MINFLUX („minimal emission fluxes“ - minimale Emissionenflüsse). Damit können die Forscher verfolgen, wie sich Moleküle im Inneren der Zelle bewegen. „Wissenschaftlern bieten sich damit grundlegend neue Möglichkeiten, um zu erforschen, wie Leben auf molekularer Ebene abläuft“, sagt Hell. „Das ist die ultimative Grenze dessen, was in der Fluoreszenzmikroskopie möglich ist.“

Hell hatte im Dezember 2014 gemeinsam mit den US-Forschern William E. Moerner und Eric Betzig für die Entwicklung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie den Nobelpreis für Chemie erhalten. Zuvor war es ihm als weltweit erstem Wissenschaftler gelungen, mit der von ihm entwickelten STED-Mikroskopie die jahrzehntelang für unüberwindbar gehaltene Beugungsgrenze der Lichtmikroskopie zu knacken.

Seit diesem Durchbruch arbeitet er kontinuierlich daran, die Möglichkeiten der Mikroskopie immer weiter auszureizen. Die Idee zu dem neuen Projekt sei ihm bereits vor fünf Jahren gekommen, berichtet Hell. 2012 begann das Forscherteam mit der Realisierung. Die Ergebnisse der Experimente wurden jetzt im Wissenschaftsmagazin „Science“ veröffentlicht. Zuvor hatten zwei Gutachter die neue Technik als wichtigen Durchbruch für die Wissenschaft eingestuft.

Hätte Hell nicht schon den Nobelpreis bekommen - spätestens mit diesem Projekt wäre dieser wohl endgültig fällig gewesen.

Von Heidi Niemann

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