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Panorama Bald weniger Jagden in Niedersachsen?
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21:09 03.09.2014
Von Michael B. Berger
Rehe, Schweine, Hirsche: Wenn es nach Agrarminister Meyer geht, haben diese Tiere bald einige Wochen im Jahr mehr Ruhe. Quelle: dpa
Hannover

Für Bauern- und Agrarfunktionäre ist der grüne Landwirtschaftsminister Christian Meyer ohnehin ein rotes Tuch. Nun bringt der streng ökologisch orientierte Minister auch noch andere Gruppen gegen sich auf. Die geplante Neuregelung der niedersächsischen Jagdzeiten, die eine Verkürzung der Bejagung vor allem von Schalenwild vorsieht, stößt auf heftige Ablehnung, ja sie sei „in keiner Weise akzeptabel“, haben gleich fünf niedersächsische Verbände festgehalten.

Es protestieren das Landvolk, die Landesjägerschaft, der Zentralverband der Jagdgenossenschaften, der Waldbesitzerverband sowie der Verband der Niedersächsischen Grundbesitzer. „Die Organisationen repräsentieren rund 500 000 Mitglieder, die unmittelbar von einer Jagdzeitenverkürzung betroffen wären“, notiert das Landvolk lakonisch.

Im Kern geht es um 14 Tage von Mitte bis Ende Januar, die als Jagdzeiten gestrichen werden sollen, und um das Schalenwild, zu dem etwa die Wildschweine gehören, die wegen ihrer aufwühlenden Art weder bei Bauern noch bei Waldbesitzern besonders beliebt sind. Auch auf dem Grünland und im Feld richtete das Schalenwild erheblichen Schaden an, wendet der frühere Landwirtschaftsminister Hans-Heinrich Ehlen ein, der den Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden mit 280 000 Mitgliedern vertritt. Und gerade in Privatrevieren werde die zweite Januarhälfte in vielen Regionen sehr intensiv zur Jagd genutzt, zumal das Weidevieh abgetrieben sei und die Natur „eine effektive Bejagung zulässt.“ Die Verkürzung der Jagdzeit für das Schalenwild, zu dem neben den Wildschweinen auch Rehwild sowie Hirsche zählen, „wird in keiner Weise stichhaltig begründet“, moniert Ehlen – und wird derzeit auch in keinem anderen Bundesland praktiziert. Der ehemalige Minister fährt schweres Geschütz auf: So seien die geplanten Einschränkungen ein „unzulässiger Eingriff in das verfassungsrechtlich mit dem Eigentum geschützte Jagdrecht“.

Die Landesregierung hingegen ist der Überzeugung, dass diverse Jagdzeiten in den zuletzt 2008 veränderten Regelungen „nicht mehr zeitgemäß“ seien. Die geplanten Einschränkungen sollen „verstärkt gesellschaftliche Entwicklungen, ökologische Veränderungen und rechtliche Vorgaben des Naturschutzes berücksichtigen“. Deshalb würden die Schonfristen für das Wasserfederwild verlängert und das Ende der Jagdzeit für das Schalenwild vorverlegt. So konnten etwa Grau- und Nilgänse bislang vom 1. August bis 15. Januar gejagt werden, zwischen dem 1. September und 31. Oktober allerdings „nur zur Schadensabwehr“. Künftig sollen in Vogelschutzgebieten „Intervalljagden“ vom 1. Oktober bis 30. November vorgeschrieben werden, während außerhalb der Schutzgebiete alles im Wesentlichen beim Alten bleiben soll. Enten und Gänse sollten, so die Meinung der protestierenden Jagdverbände, aber auch künftig in Vogelschutzgebieten gewährleistet bleiben.

Der CDU-Experte Lutz Winkelmann weist bei seiner Ablehnung der kürzeren Jagdzeiten für Wildschweine vor allem auf die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest hin, die sich bereits in östlichen Ländern Europas ausbreite: „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie Niedersachsen erreicht“. Ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums erklärte am Mittwoch, über den Regelungsentwurf sei noch nicht endgültig entschieden.

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