Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Region wird Testgebiet für selbstfahrende Autos
Mehr Welt Panorama Region wird Testgebiet für selbstfahrende Autos
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:22 07.03.2017
Auch der Messeschnellweg wird Teil der Teststrecke. Quelle: dpa/Montage/HAZ
Hannover

Braucht das Auto künftig noch einen Fahrer? Selbstfahrende Autos sind einer der ganz großen Trends der Autobranche - und nicht nur der Autobranche, sondern auch der Tech-Schwergewichte wie Google oder Microsoft. Doch nicht nur auf die Autos kommt es an, auch die Strecken müssen mit der erforderlichen Technik ausgerüstet sein. Eine bis zu 280 Kilometer lange Teststrecke auf Autobahnen und teils sogar im Stadtverkehr will das Land Niedersachsen aufbauen. 2018 läuft der Test auf dem ersten Streckenabschnitt rund um Braunschweig und bis Wolfsburg auf den Autobahnen 2, 391 und 39 an.

Am Dienstag unterzeichneten Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) und Karsten Lemmer vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig ein sogenanntes „Memorandum of Understanding“ zu dem niedersächsischen Projekt.

Was bedeutet autonomes Fahren?

Die Technologie selbstfahrender, autonomer Autos basiert vor allem auf Sensoren und Kameras, die die Umgebung erfassen und deren Daten von Rechnern verarbeitet werden. Einparkhilfen oder Stauassistenten funktionieren bereits auf diese Weise. Der Verband VDA unterscheidet bei selbstfahrenden Autos fünf Stufen: Stufe Null bedeutet: kein Hilfssystem, Fahrer an Bord. Beim „teilautomatisierten Fahren“ muss der Fahrer die Assistenzsysteme ständig überwachen, also weiter aktiv mitfahren. Das „hochautomatisierte Fahren“ soll den Autofahrer zusätzlich entlasten. Das System warnt ihn rechtzeitig, wenn es selbst nicht mehr reagieren kann und der Fahrer eingreifen muss. 

Das „vollautomatisierte Fahren“ entspricht dann dem landläufigen Verständnis eines Autopiloten. Ab der Stufe „fahrerlos“ wird kein Fahrer mehr benötigt, das System soll allen Gefahrenlagen gewachsen sein. Damit rechnen die Hersteller aber erst in ferner Zukunft. Dafür entscheidend dürfte auch die Vernetzung der Autos sein, die sich mit anderen Autos oder etwa Ampeln austauschen und die Umgebung wie Fahrstreifenmarkierung oder Leitpfosten erfassen.

Was ist in Niedersachsen konkret geplant?

Geplant ist eine zusammenhängende Teststrecke im Dreieck Hannover-Salzgitter-Braunschweig, auch Wolfsburg soll einbezogen werden. Der Testring erstreckt sich über Teile der Autobahnen A2, A39, A391 und A7, dazu kommen Abschnitte der Bundesstraße 3 im Raum Hannover sowie der B 243 im Raum Hildesheim, insgesamt kommt so eine Streckenlänge von rund 280 Kilometern zusammen. Der Test startet 2018 auf dem Streckenabschnitt rund um Braunschweig und bis Wolfsburg. Schon jetzt erforscht das DLR den innerstädtischen Verkehr in Braunschweig. Schätzungsweise ab 2020 solle der komplette Testring einbezogen sein, sagt ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums.

Wie teuer ist das Projekt?

Das Land Niedersachsen erwartet Kosten von fünf Millionen Euro für den Ausbau des Testfeldes, das Wirtschaftsministerium beteiligt sich den Angaben zufolge mit bis zu 2,5 Millionen Euro an den Aufbaukosten.

Werden die übrigen Autofahrer den Test bemerken?

Nein, wohl nicht. Davon ist das Ministerium überzeugt. Wichtigster Punkt dabei: Auch wenn es um Automatisierung geht, sollen immer Fahrer in den Testwagen dabei sein, was gerade auf der besonders unfallträchtigen A2 wichtig sein dürfte. Sicherheitsrisiken würden nicht in Kauf genommen, betont der Sprecher. Besonders auf der A 2 durch Niedersachsen kommt es immer wieder zu heftigen Unfällen mit Toten, vor allem die Lastwagenunfälle an Stauenden sind gefürchtet.

Gibt es weitere Teststrecken?

Ja, beispielsweise in Bayern. Dort wurde an der A9 ebenfalls eine Teststrecke mit einer Technik eingerichtet, die die Kommunikation zwischen Strecke und selbstfahrenden Autos ermöglicht.

Was bedeutet der Test für die Logistikbranche?

Logistik ist einer wichtigsten Wirtschaftszweige im Land, betont die Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen, Susanne Schmitt. „Niedersachsen ist eine Mobilitätsdrehscheibe.“ Der Ausbau der Teststrecken sei folgerichtig, die Digitalisierung biete große Chancen, den Warenverkehr zu verbessern - und sicherer zu machen.

Von Thomas Strünkelnberg

Mehr als 130 Tage saß Jörg Kachelmann fälschlicherweise in Untersuchungshaft – wegen Aussagen einer früheren Geliebten. Nun ermittelt die Justiz gegen die Kachelmann-Ex. Der Vorwurf: Freiheitsberaubung.

07.03.2017
Panorama Berliner Tierpark - Eisbärbaby Fritz ist tot

Trauer in Berlin: Der kleine Fritz hat es nicht geschafft. Das viermonatige Eisbärenbaby aus dem Tiergarten der Hauptstadt ist tot. Der kleine Bär hatte unter einer Leberentzündung gelitten. „Wir sind fassungslos, sehr traurig und deprimiert“, sagt der Zoodirektor.

07.03.2017

Am Oberlandesgericht Dresden hat der Prozess gegen die rechtsextreme „Gruppe Freital“ begonnen. Der Vorsitzende Richter Thomas Fresemann setzte die Anklageverlesung entgegen Anträgen der Verteidiger durch. Betroffene fühlten sich laut eigener Aussage von „den Angeklagten terrorisiert“.

07.03.2017