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Panorama Schnelles Internet für alle Niedersachsen?
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09:02 20.08.2014
Ein ehrgeiziges Ziel: Die Landesregierung will in Niedersachsen eine Breitband-Internetverbindung mit 30 Megabit pro Sekunde erreichen. Quelle: dpa
Hannover

Mit Hochgeschwindigkeit ins Internet funktioniert in Niedersachsen nicht überall. In manchen Gegenden geht es auf der Datenautobahn noch gemütlich zu - zum Verdruss von Nutzern und Landesregierung. Die rot-grüne Koalition hat sich das Ziel gesetzt, bis 2020 Breitband mit 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) flächendeckend zur Verfügung zu haben. In ihrem Koalitionsvertrag werten SPD und Grüne die Grundversorgung mit schnellem Internet als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge.

"Leistungsfähige digitale Netze sind wichtig für die Menschen und wichtige Standortfaktoren für die Unternehmen."

Auch die Bundesregierung will in den nächsten Jahren den Ausbau des schnellen Internets vorantreiben und die IT-Sicherheit in Deutschland verbessern. Am Mittwoch berät das Kabinett über den Umgang mit der rasanten Digitalisierung der Gesellschaft. In Zusammenarbeit mit dem Breitband Kompetenz Zentrum, Kommunen, Stadtwerken sowie Wirtschaft und Gesellschaft soll in Niedersachsen eine Strategie für den flächendeckenden Breitbandausbau umgesetzt werden.

Dazu will die Landesregierung einen Fördertopf mit mehr als 60 Millionen Euro schaffen. Außerdem sollen bis zu 500 Millionen Euro über die NBank als Darlehen an die Landkreise zur Finanzierung des Breitbandausbaus zur Verfügung gestellt werden. Insgesamt sollen bis 2020 bis zu eine Milliarde Euro investiert werden. Nach Zahlen der Landesregierung sind in Niedersachsen noch rund 700 000 Gebäude (30 Prozent des Bestands) unterversorgt. Beispiele aus Niedersachsen: Im Landkreis Verden sei eine flächendeckende Breitbandversorgung mit mindestens 2 Mbit/s weitgehend erreicht, sagte André Schubert vom Fachdienst Wirtschaftsförderung der Kreisverwaltung.

Wolfenbüttel nimmt die Sache selber in die Hand

Jetzt gehe es um das Ziel von 30 Mbit/s. Dazu laufe gerade ein Markterhebungsverfahren. Anders als man vielleicht vermutet, liegen die größten Probleme im Landkreis Aurich nicht auf den Ostfriesischen Inseln. "Die haben eine relativ kompakte Siedlungsstruktur", sagte Ingo DeVries, der in der Kreisverwaltung für Raumordnung und Regionalplanung zuständig ist. Probleme machen eher abgelegene Siedlungen und Einzelgebäude. Insgesamt dürfte die Versorgung im Kreisgebiet mit mindestens 2 Mbit/s bei bis zu 90 Prozent liegen. Wo es keine ausreichend leistungsfähige Kabelanbindung gibt, sollen Mobilfunkverbindungen den Zugang zum Internet sicherstellen.

Der Landkreis Wolfenbüttel nahm den Ausbau des Netzes selbst in die Hand. Zusammen mit einem Internetprovider wurden 30 000 bis 40 000 Haushalte in knapp hundert Orten mit 50 Mbit/s angeschlossen. Der Landkreis kam dabei für den Bau der Leerrohre und die Glasfaserkabel auf. Die Technik für Anschlüsse und Betrieb des Netzes übernimmt der Provider. Lohnt sich das für beide Seiten? "Im Moment sind wir auf einem guten Weg", sagte Peter Scheer von der Kreisverwaltung. Der Landkreis erhält vom Provider ein Konzessionsentgelt, nach 20 Jahren soll eine schwarze Null unter dem Projekt stehen.

Für das Modell sei eine Sondergenehmigung nötig gewesen, denn eigentlich solle sich der Markt selbst regeln. Der Oldenburger Anbieter EWE TEL setzt auf den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes. Nur das letzte Stück in die Häuser und Wohnungen geht noch über Kupferkabel. Je kürzer die Kupferstrecke, desto mehr Geschwindigkeit sei möglich, sagt Unternehmenssprecher Gerd Lottmann. Mehr Leistung sei nötig, denn: "Die Datenmengen wachsen weiter."

In den vergangenen fünf Jahren habe das Unternehmen rund 150 Millionen Euro investiert und dabei auch Fördermittel in Anspruch genommen. Für das Land Bremen beantwortete der Senat gerade eine Große Anfrage der CDU-Fraktion zur Breitbandversorgung. 97 Prozent sind mit mindestens 16 Mbit/s angebunden mit mindestens 50 Mbit/s geht es in fast 93 Prozent aller Fälle ins Datennetz.

dpa

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