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Panorama Neugierige blockieren mit Kinderwagen den Weg
Mehr Welt Panorama Neugierige blockieren mit Kinderwagen den Weg
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21:42 28.07.2017
Klagt über Neugierige, die die Arbeit der Helfer behinderten: Der Bürgermeister von Wolfenbüttel, Thomas Pink. Quelle: Symbolbild

Einsatzkräfte würden behindert, weil Schaulustige Wege blockierten und ihre Kameras und Handys für Filmaufnahmen zückten. Ein Problem, über das Fluthelfer an vielen Orten klagen.

Eine Feuerwehrfrau habe ihm berichtet, dass sie von einem besonders rücksichtslosen Gaffer am Donnerstagabend fast überfahren worden sei. Pink rief dazu auf, sich unbedingt an Straßensperrungen zu halten und nicht über Absperrgitter und Flatterbänder zu steigen, sonst drohten Platzverweise. „Wir würden jetzt nicht mehr lange fackeln“, kündigte er an.

Wolfenbüttels Polizeisprecher Frank Oppermann berichtete von Neugierigen, die mit Fahrrädern und Kinderwagen den Platz vor einem Pflegeheim blockiert hätten, das am Donnerstagabend teilweise geräumt werden musste: „Die standen plötzlich in der Einfahrt und haben damit die Arbeit der Helfer behindert.“ Auch Goslars Oberbürgermeister Oliver Junk hatte sich gegenüber der HAZ schon mit deutlichen Worten über Schaulustige beschwert.

Appelle oftmals wirkungslos

Alexander Zimbehl, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), hat für die wachsende Zahl der Neugierigen an Unglücksorten kein Verständnis: „Das Phänomen ist in den vergangenen Jahren deutlich schlimmer und schwieriger geworden.“ Er kritisiere diese Behinderungen von Helfern, Feuerwehrleuten und auch Polizisten „auf das Schärfste“. Die Erfahrung zeige, dass Appelle oftmals keine Wirkung zeigten, es sei daher notwendig, auch mal deutlich durchzugreifen.

Auch die Landesregierung beobachtet diese Entwicklung mit Sorge: „Ich kann ein derartiges Verhalten weder verstehen noch akzeptieren“, sagte Stephan Manke, Staatssekretär im Innenministerium. Er wies darauf hin, dass den Schaulustigen mittlerweile deutliche Strafen drohen könnten. Der Bundesrat hatte im Mai erst die Strafen verschärft: Wer dreist das Unglück anderer filmt und dabei die Helfer behindert, muss mit Platzverweis, Geldstrafe oder sogar einem Jahr Haft rechnen.

Damit hatte der Gesetzgeber darauf reagiert, dass nach Unfällen Schaulustige zunehmend ihre Handys für Fotos oder Filme zückten und das Phänomen immer absurdere Ausmaße annahm. Bundesweit Schlagzeilen machte ein Fall aus dem Sommer 2015, als in Bremervörde (Kreis Rotenburg/Wümme) ein Auto in eine Eisdiele gerast war. Als Polizisten Gaffer daran hindern wollten, das Unglück zu filmen, wurden sie von den Schaulustigen angegriffen. Der Haupttäter wurde im April dieses Jahres zu vier Monaten Haft verurteilt, weitere Angeklagte bekamen Geldstrafen von 100 und 50 Euro.

30 Platzverweise ausgesprochen

Die neue Verschärfung werde nun auch angewandt, betont die Polizei in Wolfenbüttel: 30 Platzverweise seien bereits ausgesprochen worden, sagt Polizeisprecher Oppermann. Und inzwischen habe man die vom Hochwasser betroffenen Gebiete weiträumiger abgesperrt. Dadurch habe sich die Lage für die Helfer entspannt. „Unsere Verkehrslenkung und die Rundfunkdurchsagen zeigen offenbar Wirkung“, meint der Polizeisprecher.

Von Heiko Randermann
 und Gabriele Schulte

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