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Panorama Sicherheitslücke: Anwälte müssen wieder Briefe schicken
Mehr Welt Panorama Sicherheitslücke: Anwälte müssen wieder Briefe schicken
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15:42 06.01.2018
Stillgelegt: Die Justiz-Plattform hat 38 Millionen Euro gekostet.
Hannover

Die Idee war reizvoll­: Statt sich gegenseitig dicke Papierstapel zu schicken, sollten Deutschlands Anwälte­ und Gerichte über eine Online-Plattform Informationen austauschen. Stolze 38 Millionen Euro zahlte die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK) für die Entwicklung des elektronischen Postfachs, das seit dem Jahreswechsel von allen Anwälten bundesweit genutzt werden sollte. Doch daraus wird vorerst nichts: Der Angriff eines Hackers­ des Computer Chaos Clubs Darmstadt förderte Ende­ Dezember so dramatische Sicherheitslücken zutage, dass das System vom Netz genommen wurde. 

Das „besondere elektronische Anwaltspostfach“ (beA) wird seit Herbst 2016 bundesweit ausgerollt, zuletzt waren 65 000 Anwender registriert. Aber ein Software- Update­ hatte im Dezember massive­ Störungen ausgelöst: Das System lief viel zu langsam­ oder fiel sogar ganz aus. Auf den Darmstädter Hackerangriff und die aufgeflogene Sicherheitslücke reagierten die Techniker mit einem neuen Zertifikat, das alle Anwender herunterladen sollten – dummerweise verschärfte sich das Problem dadurch aber noch. Nun hätten Anwälte unwissentlich­ auf Hackerwebseiten umgeleitet werden können, auch konnte man ihre Rechner mit Schadsoftware infizieren.

Die BRAK versuchte zu beschwichtigen­: Die Vertraulichkeit der übersandten Dokumente­ sei nie gefährdet gewesen. Doch genau das bezweifeln Netzexperten. In den Folgetagen brachen hektische Aktivitäten aus: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, die Justizministerien in Bund und Ländern sowie die Gerichte wurden informiert­. Das beA wurde vorläufig stillgelegt, und die Rechtsanwaltskammer forderte alle ihre Mitglieder auf, das entsprechende Zertifikat von ihren Computern zu entfernen. Für etliche Rechtsanwälte war das der Tropfen auf dem heißen Stein, sie fordern den Rücktritt des BRAK-Vorstandes. Millionen Euro habe die Kammer in die Entwicklung eines Postfachs gesteckt, das schlecht bedienbar sei, ihnen viel zusätzliche Arbeit aufbürde und nun auch noch versage.

In einem Newsletter entschuldigte sich die Anwaltskammer jetzt für falsche Ratschläge und mangelhafte Kommunikation. Wann das elektronische Postfach wieder freigeschaltet werde, ist ungewiss. Was weiter­ funktioniert: Briefpost, Fax oder Mail.

Von Michael Zgoll

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