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Panorama Toepfer will die CDU urbanisieren
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17:53 08.12.2017
Arbeitet am Profil der Fraktion aber auch am eigenen: Dirk Toepffer steht für die „moderne“ Großstadt-CDU. Quelle: dpa
Hannover

An Selbstbewusstsein mangelt es ihm nicht. Auch wenn es Zeiten gegeben hat in der CDU-Landtagsfraktion, wo man über „den Hannoveraner“ eher gelächelt hat, weil die Herren vom Lande hier den Ton angaben. Aber nun sitzt Dirk Toepffer, der sich gern mit „Toepffer mit zwei eff“ vorstellt wie Heinz Rühmann in der „Feuerzangenbowle“ in der ersten Reihe. Als Fraktionsvorsitzender gibt der 52-Jährige Rechtsanwalt den Ton an, in den sich zuweilen auch ein ironischer Unterton mischen kann. Das hat er mit Stephan Weil gemeinsam, dem anderen Hannoveraner und Ministerpräsidenten. Die beiden kennen sich schon aus Weils Zeit als Oberbürgermeister und sind per Du.

Gerade in Zeiten großer Koalitionen ist die Wahl Toepffers zum CDU-Fraktionschef nicht schlecht. Denn Toepffer ist kein Hardliner oder christdemokratischer Prellbock, sondern ein äußerst kommunikativer Mensch, der mit vielen „kann“. Das hat er in Hannover von der Pike auf lernen müssen, da die CDU trotz jahrzehntelanger Anstrengungen diese SPD-Hochburg zwar schrumpfen konnte, aber nie schleifen. In Hannover übt Toepffer immerhin schon seit 15 Jahren das Ehren-Amt des CDU-Vorsitzenden aus, während vor ihm die Chefs kamen und gingen, manche schon nach einem Jahr.

„Wir müssen aus der verlorenen Landtagswahl Lehren ziehen“, sagt der neue Fraktionsvorsitzende bei seinem ersten Pressefrühstück. Dienten diese früher dazu die Journalisten gegen die Politik der rot-grünen Landesregierung zu munitionieren, muss Toepffer nun das Kunststück vollbringen, einerseits die rot-schwarze Regierung zu stützen, andererseits die Eigenständigkeit der Fraktion zu wahren. „Wir sind das Kraftzentrum der CDU“,  sagt er. In der Fraktion will er das Verständnis für die Metropolen-Sicht erweitern, die sich in Fragen der Landwirtschaftspolitik etwa fundamental von der Sicht unterscheidet, die in den Zentren der Fleischproduktion im Westen des Landes vorherrscht. Dabei, sagt sein Parlamentarischer Geschäftsführer Jens Nacke, seien Produzenten wie etwa „Rügenwalder“ schon weiter und produzierten auch Bioprodukte ohne Geschlachtetes.

Nacke, der für viele Sozialdemokraten ein rotes Tuch ist, hat Toepffer übrigens in seinem Führungsteam Team gelassen. Er weiß um die Klugheit dieses CDU-Mannes.  Und er muss auch nach innen vermitteln.  So hat Toepffer auch den früheren Innenminister Uwe Schünemann reaktiviert – nicht zur Freude des amtierenden Innenministers Boris Pistorius. Als Neuling ist die Schattenkultusministerin Mareike Wulf im Team, eine Großstadtfrau.

Von Michael B. Berger

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