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Panorama Vogelgrippe bleibt permanentes Risiko
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20:43 16.11.2017
Sperrbezirke werden nicht mehr sofort eingerichtet – dafür müssen die Höfe aber investieren. Quelle: Holger Hollemann/dpa
Hannover

Das stark ansteckende Virus H5N8 sei nach wie vor in der heimischen Wildvogelpopulation vorhanden, sagte Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Niedersächsischen Geflügelwirtschaftsverbandes (NGW) in Oldenburg. „Wir haben inzwischen die Erkenntnis, dass wir das Risiko der Vogelgrippe sozusagen ständig haben.“ Die Branche habe gemeinsam mit den Behörden Wege erarbeitet, mit denen die Ansteckungsgefahr auf den Höfen und in den Betrieben minimiert werden soll.

Wenn künftig ein Kadaver eines Wildvogels gefunden wird, der an dem Virus verendet ist, soll nicht mehr sofort ein Sperrgebiet eingerichtet werden. Das ist ein entscheidender Unterschied zum Vorjahr, als es wegen infizierter Wildvögel erhebliche Einschränkungen für die Geflügelhaltung gab.

Dafür müssen die Betriebe allerdings investieren: So sollen sie unter anderem Hofflächen betonieren und die Eingangs- und Ausgangsschleusen auf den Höfen verbessern. Vor allem für die Putenhalter, die im vergangenen Jahr besonders von der Vogelgrippe betroffen waren, wird es teuer: Die Kosten pro Hof schätzt Ripke auf 5000 bis 50.000 Euro.

Im Landwirtschaftsministerium in Hannover geht man derzeit von einem geringen Einschleppungsrisiko aus. Präventive Stallpflichten sind aus Sicht des noch amtierenden Agrarministers Christian Meyer (Grüne) darum überzogen: „Sie würden zu erheblichem Tierleid führen und Freilandhalter auch wirtschaftlich schädigen.“

Einzelne Fälle von Vogelgrippe zum Beispiel in Italien zeigen nach Ansicht des Ministeriums, dass Reste des Virus noch in der Umwelt vorhanden sind. Es werde aber von keinem flächendeckenden Seuchenzug, sondern von Einzelfällen ausgegangen. Trotzdem sollten gerade Putenhalter die vorgegebenen Sicherheitsmaßnahmen strikt beachten und eine Einschleppung des Virus in die Ställe vermeiden. Das Land weist darauf hin, dass bei Nichtbeachtung der Vorschriften oder Fahrlässigkeit keine Entschädigungen mehr aus der Tierseuchenkasse gezahlt werden.

Der Schaden für die niedersächsische Geflügelwirtschaft habe bei der vergangenen Epidemie rund 17 Millionen Euro betragen, sagte Ripke. Rund 817.000 Tiere wurden getötet. Davon waren laut Ministerium 651.000 Puten in industriellen Haltungen und fast ausschließlich Putenhähne, die getrennt von Putenhennen gemästet werden.

Auch für Legehennenhalter gibt es eine Änderung, sagt NGW-Geschäftsführer Dieter Oltmann. Die Vermarktungsrichtlinien für Freilandeier wurden geändert: Konnten im vergangenen Jahr Eier aus Freilandbetrieben nach einer zwölfwöchigen Stallpflicht nur noch als Eier aus Bodenhaltung vermarktet werden, solle künftig eine Frist von 16 Wochen gelten.

Von Elmar Stephan

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