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Panorama Eine Sucht, die ihn das Leben kostete
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14:40 04.02.2014
Philip Seymour Hoffman wurde am Sonntag tot in seiner Wohnung gefunden. Quelle: dpa
New York

Nach dem Tod von Oscar-Gewinner Philip Seymour Hoffman verdichten sich Berichte über den Fund großer Mengen Drogen in der New Yorker Wohnung des Schauspielers. Wie der US-Sender ABCNews am Montag unter Berufung auf die New Yorker Polizei berichtete, sollen 65 Umschläge mit Heroin gefunden worden sein, weitere fünf seien leer gewesen. Zunächst war in US-Medien von 50 Beuteln mit Drogen die Rede. Eine Obduktion soll die Todesursache klären.

Rauschgift gilt als wahrscheinliche Ursache für den plötzlichen Tod des Oscar-Preisträgers ("Capote"). Hoffmans langjährige Partnerin, mit der er drei Kinder hatte, soll den Schauspieler am Tag vor seinem Tod gesehen und mit ihm telefoniert habe, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag. Die Kostümbildnerin Mimi O'Donnell habe den Ermittlern gesagt, dass Hoffman dabei den Eindruck erweckte habe, unter Drogen zu stehen, schrieb das Blatt unter Berufung auf Polizeikreise.

Hoffman wurde als einer der talentiertesten Schauspieler Hollywoods gefeiert. 2006 hatte er für seine Darstellung von Truman Capote den Oscar bekommen. Der 46 Jahre alte Schauspieler war am Sonntag tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden worden. In seinem linken Arm steckte unbestätigten Berichten zufolge eine Spritze. Hoffman hatte eine lange Vergangenheit mit Alkohol und Rauschgift. Er selbst hatte vor wenigen Jahren aber gesagt, er habe das Problem überwunden. Heroinbriefchen, wie sie in der Wohnung Hoffmans gefunden wurden, seien auf der Straße für sechs Dollar (rund 4,40 Euro) zu haben, berichtete die "New York Times".

Insgesamt hätten die Beschlagnahmungen von Heroin im Staat New York in den vergangenen vier Jahren um 67 Prozent zugenommen, schrieb das Blatt unter Berufung auf die US-Drogenfahndung DEA. So habe allein das New Yorker DEA-Büro im vergangenen Jahr 144 Kilo Heroin sichergestellt. Dies seien fast 20 Prozent der landesweit beschlagnahmten Menge und entspreche einem Wert von etwa 43 Millionen Dollar (rund 32 Millionen Euro), schrieb die Zeitung. Ein Zeuge behauptete unterdessen gegenüber dem Sender Fox411, er habe Hoffman nur Stunden vor dessen Tod an einem Bankautomaten gesehen. Der Schauspieler habe viel Geld abgehoben und sich danach mit zwei Männern getroffen, die als Drogenhändler verdächtigt würden. Dem Sender zufolge hofft die Polizei, mit den Bildern aus Überwachungskameras die letzten Stunden Hoffmans rekonstruieren zu können.

"Ich habe ihn noch letzte Woche gesehen und er war clean und nüchtern, ganz der Alte", sagte Drehbuchautor David Bar Katz der "New York Times". "Ich dachte, dieses Kapitel sei vorbei." Katz war der Freund und Kollege, der Hoffman in der Wohnung gefunden hatte. Er hatte sich Sorgen gemacht, weil Hoffman nicht erreichbar gewesen sei. "Dies ist ein tragischer und plötzlicher Verlust", hieß es in einer Mitteilung von Hoffmans Familie. Alle seien nach dem Tod ihres "geliebten Phil" am Boden zerstört. Die Angehörigen baten, ihre Privatsphäre zu respektieren.

Mit seiner langjährigen Partnerin, der Kostümbildnerin Mimi O'Donnell, hatte Hoffman drei Kinder. Hollywood reagierte entsetzt auf den Tod eines seiner bekanntesten Schauspieler. "Es gibt keine Worte. Es ist einfach schrecklich", erklärte George Clooney, der mit Hoffman in "Die Iden des März" gespielt hatte. Oscar-Preisträger Tom Hanks sagte "Entertainment Weekly": "Das ist ein furchtbarer Tag für die, die mit Philip gearbeitet haben. Er war ein riesiges Talent." Jeff Bridges schrieb auf Twitter: "Ich habe es genossen, mit ihm in "The Big Lebowski" gespielt zu haben. Er war so ein wunderbarer Mann, so verdammt talentiert, ein echter Schatz." Kevin Spacey, auch er wie Bridges ein Oscar-Gewinner, twitterte: "Eine Tragödie, einen so erstklassig talentierten Schauspieler wie Philip Seymour Hoffman zu verlieren. Ein unbeschreiblicher Verlust für Film, Theater und alle, die ihn kannten."

dpa

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