Menü
Oberhessische Presse | Ihre Zeitung aus Oberhessen
Anmelden
Panorama Hinterbliebene empört über Streit um Schmerzensgeld
Mehr Welt Panorama Hinterbliebene empört über Streit um Schmerzensgeld
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:35 19.07.2015
Inmitten von Blumen steht eine steinerne Gedenkstele mit der Aufschrift "In Erinnerung an die Opfer des Flugzeugunglücks vom 24. März 2015". Quelle: dpa
Düsseldorf

Im Streit um das Schmerzensgeld für die Hinterbliebenen der Germanwings-Katastrophe wird der Ton schärfer. Mehrere Dutzend Angehörigenfamilien seien empört über ein Angebot des Mutterkonzerns Lufthansa, sie lehnten es als "unangemessen" ab, heißt es in einem Brief des Rechtsanwalts Elmar Giemulla an die Airline. Seine Mandanten erwarteten ein neues Angebot der Lufthansa, sagte der Jurist, der nach eigenen Angaben 36 Familien vertritt. Er forderte mindestens 100.000 Euro für jedes Opfer. Die Lufthansa teilte am Sonntag mit, man kommentiere anwaltliche Korrespondenz nicht.

"Es wird Sie nicht verwundern, dass meine Mandanten mich gebeten haben, dieses Angebot als unangemessen abzulehnen", heißt es unter anderem in dem siebenseitigen Schreiben Giemullas. "So niedrig habe ich es in meiner Zeit als Anwalt bislang noch nie erlebt", sagte er zudem der dpa.

Schwierig sei unter anderem die Frage, wie das Schmerzensgeld in einem Fall wie der Germanwings-Katastrophe berechnet werden könne. Dazu heißt es in dem Brief Giemullas: "Eine Antwort kann jedoch sicher gegeben werden: Nicht mit 25.000 Euro!"

Auch das Angebot der Lufthansa, nächsten Angehörigen wie Eltern, Kindern oder Lebenspartnern ohne weitere Prüfung jeweils ein Schmerzensgeld von 10.000 Euro zu zahlen, wies der Anwalt als unangemessen zurück. Die Gruppe sei zu klein gefasst, zudem müsse der Betrag "im unteren sechsstelligen Bereich liegen", schrieb er in dem Brief an die Gegenseite. Dazu heißt es im Schreiben: "Zu niedrige Zahlungen können, gerade wenn sie freiwillig erfolgen, als Ignoranz und damit als Verletzung empfunden werden."

Christof Wellens, der nach eigenen Angaben 15 Opfer-Familien mit mehr als 60 Angehörigen zivilrechtlich vertritt, hatte bereits Ende Juni über das Lufthansa-Angebot gesagt: "Ich kann mir kaum vorstellen, dass auch nur eine Opfer-Familie das annimmt." Die Lufthansa versuche, sich der Verantwortung zu entziehen.

Bei dem Absturz der Germanwings-Maschine am 24. März in den französischen Alpen waren alle 150 Menschen an Bord ums Leben gekommen, darunter viele Deutsche. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte der deutsche Copilot seinen Kollegen aus dem Cockpit ausgesperrt und die Maschine absichtlich zum Absturz gebracht. Der 27-Jährige habe psychische Probleme und Suizidgedanken gehabt, die er vor seinem Arbeitgeber verheimlicht habe, davon sind die Ermittler überzeugt.

dpa

Mehr zum Thema
Panorama EU-Arbeitsgruppe zum Germanwings-Absturz - Psychologische Tests für Piloten gefordert

Als Konsequenz aus dem Germanwings-Unglück schlägt eine EU-Expertengruppe psychologische Untersuchungen für alle Berufspiloten vor. "Derzeit gibt es angehende Berufspiloten, die für ihre Ausbildung niemals eine psychologische Bewertung absolvieren", heißt es in dem Papier.

17.07.2015
Panorama Co-Pilot der Germanwings-Unglücksmaschine - Insolvenz-Verfahren gegen Andreas Lubitz

War Andreas Lubitz verschuldet? Gegen den Co-Piloten des Germanwings-Fluges 4U9525 ist ein Insolvenzverfahren eröffnet worden. Gläubiger können sich nun melden. Lubitz hatte im März 149 Menschen mit in den Tod gerissen.

10.07.2015
Panorama Schmerzensgeld nach Germanwings-Unglück - 25.000 Euro für ein Menschenleben

Lufthansa hat den deutschen Hinterbliebenen pauschal 25.000 Euro als Schmerzensgeld angeboten. Zusätzlich sollen nächste Angehörige der Opfer wie Eltern, Kinder oder Lebenspartner ohne weitere Prüfung jeweils ein individuelles Schmerzensgeld von 10.000 Euro erhalten

01.07.2015

In Bremen ist eine Autofahrerin bei einem Unfall ums Leben gekommen, der nach Zeugenaussagen durch ein illegales Autorennen ausgelöst wurde. Zwei andere Fahrzeuge hätten sich in der Nacht zum Sonntag ein Straßenrennen geliefert, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagmorgen. 

19.07.2015
Panorama Ungewöhnliche Regierungspläne - Thailänder sollen größer und klüger werden

Die Thailänder sollen auf Wunsch ihrer Militärjunta größer und cleverer werden. Die Durchschnittsgröße von Männern soll innerhalb von zehn Jahren von 1,67 auf 1,75 Metern steigen, die von Frauen von 1,57 auf 1,65 Meter. Auch der durchschnittliche Intelligenzquotient solle angehoben werden.

19.07.2015

Das tödliche Feuer in einem Hochhaus in Hamburg ist vermutlich von den Bewohnern selbst gelegt worden. Es scheint Spuren von Brandbeschleuniger zu geben. Auch ein Tagebuch des Ehepaares gibt den Ermittlern Hinweise.

18.07.2015