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Panorama Mutter der getöteten Mädchen aus Langelsheim in Psychiatrie
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17:45 13.04.2011
Am Dienstag sind in Langelsheim bei Goslar zwei kleine Mädchen erstochen aufgefunden worden. Quelle: dpa

Die Mutter der im Harz erstochenen beiden kleinen Mädchen hat schwere seelische Probleme. Erst im März war sie aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden. „Vieles deutet darauf hin, dass die geschiedene und alleinerziehende Mutter nicht die seelische Stabilität für die Alltagsbelastungen hatte“, sagte Michael Blase von der Polizei Goslar am Mittwoch. Die unter dringendem Tatverdacht stehende 34-Jährige wurde nach dem Verbrechen vorübergehend wieder in eine Psychiatrie gebracht.

Die Leichen der vier Monate alten Amelie und der fünf Jahre alten Laura waren am Dienstagmorgen in dem zur Gemeinde Langelsheim gehörenden Dorf Astfeld bei Goslar gefunden worden. Lauras Zwillingsschwester entkam der Attacke nur knapp. Kurz nach der furchtbaren Entdeckung wurde die Mutter festgenommen.

Kurz nach acht Uhr morgens war Lauras Zwillingsschwester zu ihrem Großvater ins Nebenhaus gerannt und hatte ihm berichtet, dass daheim etwas Schreckliches geschehen sei. Der Opa fand dann im Haus seiner Tochter die vier Monate alte Amelie tot in ihrem Bettchen und die fünfjährige Laura ebenfalls tot im oberen Stockwerk im Flur. Beide hatten schwerste Stichverletzungen erlitten und massiv Blut verloren - offenbar hatte die Mutter mit zwei Haushaltsmessern immer wieder zugestochen.

Die 34-Jährige selbst habe mit leichten Stichverletzungen in der Wohnung gesessen und völlig apathisch gewirkt, berichtete der Polizist auf einer Pressekonferenz. Da es keine Anhaltspunkte dafür gebe, dass die Kinder von anderen Menschen umgebracht worden seien, stehe die 34 Jahre alte Mutter unter dringendem Tatverdacht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Sie wurde festgenommen, konnte wegen ihrer psychischen Verfassung bisher jedoch nicht vernommen werden.

Die Frau war schon vor der Tat in therapeutischer Behandlung und erst im März aus einer Klinik entlassen worden. Damals erkannten die Ärzte bei ihr aber keine Anzeichen dafür, dass sie sich oder anderen Schaden zufügen könnten, berichteten die Ermittler.

Was sich in dem kleinen Einfamilienhaus genau abspielte, ist weiter unklar. Auch zu einem möglichen Tatmotiv der Mutter konnte die Polizei noch keine Angaben machen, weil bisher keiner der Angehörigen befragt werden konnte. Weder die tatverdächtige Frau noch die Großeltern seien vernehmungsfähig.

Auch die Väter der toten Kinder seien bislang nicht befragt worden - die Zwillinge und das Baby waren von verschiedenen Männern. Die Mutter war seit Oktober vergangenen Jahres geschieden. „Der Vater hätte es sicher auch gerne gehabt, dass die Zwillinge bei ihm gelebt hätten“, sagte einer der Ermittler.

Die Mutter hatte nach Polizeiangaben beim Jugendamt Hilfe gesucht und auch bekommen. Spekulationen über mögliche Versäumnisse der Behörden könnten daraus aber nicht abgeleitet werden. Es sei nicht zu erkennen gewesen, dass es eine Mangelsituation im sozialen Umfeld gegeben habe. Die Familie sei im Ort „normal“ verankert gewesen. Die Einwohner des 2600 Einwohner zählenden Dorfes Astfeld wollten am Abend in einem Trauergottesdienst der beiden toten Kinder gedenken.

Die Zwillingsschwester der getöten Laura wurde nach einer ambulanten Behandlung inzwischen wieder aus dem Krankenhaus entlassen und ist nun in der Obhut ihrer Großeltern. Außerdem wird sie - ebenso wie die Großeltern und Väter - von psychologisch geschulten Beamten betreut.

Fast auf den Tag vor 19 Jahren hatte sich nur wenige hundert Meter entfernt in dem kleinen Ort schon einmal ein ähnliches Familiendrama abgespielt. Damals brachte eine 30 Jahre alte Mutter ihren dreieinhalbjährigen Sohn mit einer Überdosis Tabletten um. Sie kam in die Psychiatrie.

dpa

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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